Mit dem Rad durch das Mittelalter

Heute stand ich voller Elan um 5 Uhr morgens auf,  um den Tag mit einer Radtour zu beginnen.

Nein, so war es nicht wirklich. Ich war saumüde. Halb schlafend und lustlos schlurfte ich Richtung Bad.

Um kurz vor 6 holte ich noch 2 Deutsche Mädels ab, die auch für die Radtour gebucht waren. Nach einer kurzen Preisdiskussion mit dem TukTuk Fahrer fuhren wir zum Treffpunkt.

Unsere Gruppe bestand aus 4 Leuten: die beide Mädels, ein Österreicher und meine Wenigkeit. Unser indischer Führer war super!!!

Der Führer fuhr vorne weg und ein zweiter Guide fuhr immer hinter unserer Gruppe, damit niemand verloren geht.

Morgens um kurz nach 6 Uhr sind die Gassen für indische Verhältnisse noch ziemlich leer und somit konnten wir schön durch Old Delhi radeln. Mit der Zeit wurde es aber immer chaotischer.

Es war eine super interessante Tour. Man sah das indische Leben mit ganz anderen Augen. Man ist plötzlich aktiv Teil des Verkehrs und das ist eine geniale Erfahrung.

Aber man musste schon aufpassen. Die Straßen sind sehr schlecht, überall Menschen, Dreck, Scheißhaufen, Tiere, Ochenkarren, Rikshas usw.

Ich sah 4 Wochen alte Hundewelpen, die wir fast überfahren hätten, Ziegen so groß wie Ponys!!!!, Menschen, die riesige Fleischteile auf dem Rücken herumtrugen, abgeschnittene Ziegenköpfe und vieles mehr.

Fotos konnte ich von alldem nicht machen, da ich das alles nur beim Vorbeifahren sah und nicht stoppen konnte.

Es gab immer nur gewisse Stellen, wo wir kurz eine Pause einlegten und uns der Guide etwas erklärte.

Der Gewürzmarkt war von den Farben und von den Gerüchen traumhaft, aber die Luft war voller Pfeffer und nach kurzer Zeit mussten wir alle wie verrückt niesen und husten. War froh, als wir weitergefahren sind.

Wir kamen auch an einem Sikh-Tempel vorbei. Der Führer erklärte uns, daß die Leute von diesem Tempel jeden Morgen Essen an die Armen verteilen. Die Heimatlosen sitzen in einer riesigen Reihe nebeneinander und warten auf die Gabe.

Sie saßen auch vor Mc Donalds.

Auch medizinische Versorgungen wird jeden Tag kostenlos angeboten. Finde das wirklich schön!!

Als die Tour zu Ende war, gab es noch ein mongolisches Frühstück. Fladenbrot mit Ziegenfleisch.

Ich hatte das Gefühl, daß die Inder im Straßenverkehr etwas Rücksicht auf uns weißen Gäste genommen haben. Oft wurde gehalten und Vorfahrt gewährt. Das fand ich wirklich toll!!

Ein genialer Ausflug!!!! Kann ich nur jedem empfehlen!!!

 

Advertisements

2 Gedanken zu “Mit dem Rad durch das Mittelalter

  1. Guten Abend,

    sehr schöne Artikel. In Indien sind manche Verhältnisse leider nicht so wie in den westlichen Ländern. Wir jammern dann meist auf hohem Niveau. Dennoch gibt es auch hier Zustände, die nicht sein müssten. Ich denke da an Hartz IV. Ob das aber mit den gesundheitlichem Niveau dort oder mit den sozialen Umständen in Indien zu vergleichen ist, dafür fehlt mir das Wissen.

    Viele Grüße

    Monika

    • Hartz 4 kannst Du auf keinen Fall als Vergleich nehmen. Indien hat nicht dieses soziale Netz. Hier geht es viel brutaler zu. Du musst sehen wo Du bleibst. Aber die Dinge sind nicht nur so chaotisch und dreckig, weil diese Leute arm sind. Die Inder haben ein anderes Denken. Viele Dinge sehen sie einfach anders, oder/und wissen es nicht anders.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s