Reise in den Norden

Nun sollte es losgehen. Die Busfahrt nach Haridwar.

Wir waren gegen 10.30 Uhr da. Unsere Sitze waren in Ordnung. Keine Klimanlage, aber mit offenen Fenster plus Fahrtwind passte das schon. Neben uns saß ein „Paar“. Eine Französin und ein Deutscher, der mit indischen Akzent englisch sprach. Es klang total schräg und wir sagten ihm, daß er sich das schnell wieder abgewöhnen müsste. Sie beide studieren Jura in Bangalore und machten gerade Urlaub.

Als eine Stunde später der Bus endlich losfuhr, nachdem er nur blöd herumstand und auch kein Mensch mehr nach uns eingestiegen war, waren wir glücklich, daß es endlich losging. Die Straßen waren aber total verstopft und somit war das Vorankommen eher schleppend. Als wir dann so eine halbe Stunde unterwegs waren, sahen wir unser Ziel. EINE TANKSTELLE. Jetzt wurde erstmal fröhlich getankt und dann ging es genau die selbe Richtung wieder zurück zu unserem Startpunkt!!!! Und dann in die andere Richtung raus aus Delhi.

Also wir standen eine Stunde nutzlos auf dem Parkplatz, um dann eine Stunde im Verkehr zu stehen, um zu tanken??!!

Das ist Indien.

Die Fahrt war ansonsten nicht wirklich aufregend. Teilweise sehr schlechte Straßen, so das Du durchgeschüttelt wurdest, dann eine Pause an einem Straßenrestaurant wo Du unteranderem Müsli für mehr Manneskraft kaufen konntest, und zwischendurch sprangen Inder in den Bus und verkauften Chips, Kokosnußscheiben usw. Ein Mann bot irgendwelche Bohnen an, die er in einem Eimer transportierte. Wir wollte die mal probieren und bestellten eine Portion. Kosten 10 Rupien….7 Cent.

Er nahm ein Stück Zeitungspapier, packte mit der bloßen Hand ein Haufen gekochte Bohnen darauf, dann streute er Zwiebelwürfel drauf, spritze Zitronensaft auf den Haufen und dann gab es noch eine Salzgewürzmischung on top.

Wir aßen diese Bohnenmischung mit den Fingern und ich muß sagen, es war gar nicht schlecht.

Nach ca. 6,5 Stunden Fahrt kamen wir in Haridwar an. Ja, für 250 Kilometer braucht man in Indien länger 😉

Haridwar ist eine sehr wichtige Stadt für die Hindus. Eine Pilgerstätte direkt am Ganges.

Als wir als aus dem Bus stiegen, nahmen wir uns eine Fahrradriksha, die uns mit samt Koffer und Rucksäcken zum Hotel fahren sollte.

Sagen wir mal so…..wir waren mit samt Gepäck nicht gerade leicht und der Mann auf dem Fahrrad ist beinahe krepiert….zwischendurch hat er uns geschoben, weil er nicht mehr strampeln konnte. Die Fußgänger waren schneller als wir. Ich wollte im Erdboden versinken.

Aber letztendlich hatte er es geschafft und er bekam auch ein fettes Trinkgeld.

Das Hotel hatten wir im Lonely Planet gefunden. Normalerweise suchen wir uns immer eigene Unterkünfte und pfeifen  auf die Vorschläge im Buch, aber diesmal versuchten wir doch unser Glück…und wurden mal wieder enttäuscht.  Laut Buch tolle Zimmer mit allem Schnickschnack, fanden wir uns in einem verdreckten Zimmer wieder, mit kaltem Wasser und Wichsflecken auf dem Laken. X Mal mussten wir um neue Laken, Handtücher usw. bitten….was am Ende auch geklappt hat. Wir blieben für die Nacht dort, da wir müde waren und wir am nächsten Tag eh mit dem Bus Richtung
Risikesh fahren wollten.

Ich denke Lonely Planet bekommt Geld gezahlt….wie kann das sonst angehen?! Und wir hatten das nicht zum ersten Mal. Auch Restaurants waren teilweise super schlecht und wurden in dem Buch als der Knaller schlechthin verkauft.

Naja, ansonsten bin ich Freund von Lonely Planet. Du hast geballte Informationen über alle möglichen Orte und Plätze und das hilft schon gewaltig.

Dann sind wir zum Ganges gegangen, der heiligste Fluß Indiens, der auch hier direkt neben der Stadt verläuft. Es war Vollmond und die Ghats, die Badestufen zum Ganges, waren voll mit Pilgern.

Fortsetzung folgt….

 

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8 Gedanken zu “Reise in den Norden

  1. Heute komme ich endlich mal dazu, bei dir zu lesen. Mag deine Reiseberichte sehr und auch die Fotos, die alles unterstreichen. Bin gespannt wie es weitergeht.
    Liebe Grüße aus dem ungemütlichen Rheinland nach Indien
    SK

  2. Mit Fotos sind deine Blogposts noch ein bisschen schöner als sowieso schon! Ich frage mich nur gerade, wie der Hund aufs Autodach gekommen ist … 🙂 Viel Spaß weiterhin!

  3. In Indien gehen die Uhren anders. Wer weiß wie viele Prozente es genau an dieser Tankstelle gibt. Übrigens: Ich habe gelesen, dass in Indien die Busfahrer nach Fahrzeit bezahlt werden. Da müssten die eigentlich schneller unterwegs sein.
    LG Harald

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