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Horrorspinne in unserem Zimmer

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Wer eine Spinnenphobie hat, so wie ich, sollte nicht weiterlesen.

In Kaschmir wohnten wir in einem netten Hotel mit niedlichen Zimmern.

Es gab auch einen kleinen Schrank für unsere Kleidung.

An einem Abend wollten wir in ein Restaurant gehen und da es abends schon etwas frisch wurde, nahm ich mir aus dem Schrank meinen schönen, warmen Yakschal.

Als wir vom Essen zurückkehrten, nahm ich den Yakschal herunter, faltete ihn zusammen und legte ihn wieder in den Schrank. Als ich den Schal vom Körper nahm, spürte ich ein kurzes Kitzeln an meinem Rücken, aber dann war es wieder vorbei.

Die restliche Kleidung legte ich auf einen Stuhl.

Am nächsten Tag wollte ich frische Sachen anziehen und öffnete den Kleiderschrank. Als ich meine Tshirts durchwühlte, sprang plötzlich eine riesige Spinne aus den Socken hervor und blieb an der Rückwand des Schrankes sitzen. Es war eine Huntsmanspinne. Die kannte ich von Australien!!!!!Ich schrie wie am Spieß. Mein Schatz musste mich beruhigen. Und als ich etwas runterkam von meinem Trip, überlegte ich wie dieses Riesenviech in den Schrank kommen konnte. Und dann fiel mir mein Yakschal ein und das Kitzeln am Rücken und ich flippte erneut aus.

Ich schrie: Ich hatte sie auf meinem Rücken. Ich habe sie mit mir herumgetragen!!!!!! AAAAAAHHHHHHHHHHHH!!!!!!!!!!

Leider hatten wir keine Zeit uns um die Spinne zu kümmern, da wir los mussten. Mein Schatz schloß den Schrank und meinte: „Sie kann da nicht raus. Wir kümmern uns später.“ Ich:“ Aber da ist meine Wäsche drin.“ Er: „Ja, ja, ich kümmere mich später darum.“

Als wir abends nach Hause kam, hatte ich die Spinne schon fast vergessen, aber nur fast. Denn als ich die Tür aufschloß und ins Zimmer trat, sah ich die HORROR SPINNE an der Zimmerdecke kleben. Ich schrie und tanzte und sprang wieder aus dem Zimmer raus. Mein Schatz ging rein, ließ die Spinne wo sie war und machte es sich auf dem Bett gemütlich.

Ich so: „???????? Kannst Du mal was machen???!!!!“

Er: „Laß doch die arme Spinne.“

Ich: „SPINNST DU?????!!!!! Ich sterbe!!!! Ich bekomme einen Herzinfarkt. Ohne Scheiß!!! Ich gehe drauf, wenn ich mit diesem Vieh in einem Zimmer schlafen soll. Wenn die auf mich rauffällt, kippe ich tot um.“

Er kuschelte sich in seine Kissen.

(Wollte er es darauf ankommen lassen??!!)

Ich stand wütend im Türrahmen, konnte meinen tollen Mann aber nicht hauen, da die Spinne im Weg war.

Dann kam ein Inder vom Personal und brachte uns den bestellten Tee. Ich zu ihm: „Können sie mein Held sein und die Spinne einfangen?“

Mein Superman schaute zur Spinne und nickte. Er ging mutig ins Zimmer und versuchte das Monster mit bloßer Hand zu fangen. Ich fing wieder an zu schreien. Die Spinne sprang herum und rannte von einer Ecke zur nächsten. Nach 2 Minuten meinte der Inder: „Ich hole Spray.“

Mein Schatz: „Nein, nein, brauchen wir nicht. Arme Spinne. Ist schon ok. Lassen sie mal. Wir kommen schon klar.“

Inder nickte und wollte wieder gehen.

Ich: „HALT!!!!! Sie gehen nicht weg. Nichts ist ok. Wir kommen nicht KLAR!!!! Ich will Spray. Machen sie das Ding TOT!!!!“

Er nickte wieder und wollte es holen.

Mein Schatz rief: „Nein, kein Spray. Wir fangen sie so.“

Der Inder kam also wieder zurück und dann versuchten bei Männer die Spinne einzufangen. Irgendwann schaffte der Inder die Spinne zu grabschen….mit einem Handtuch. Ich schrie wie verrückt und zappelte herum.

Mein Schatz übernahm das Handtuch, öffnete dann das Fenster und warf die Spinne raus.

Was für Helden.

Als wieder Ruhe einkehrte, überlegte ich wie die Spinne aus dem Schrank kommen konnte und dann bekam ich Panik. Konnte es sein, daß noch eine Spinne im Schrank saß??? Vorsichtig holte ich meine ganze Kleidung heraus und durchsuchte sie.

Zum Glück falscher Alarm.

Natürlich habe ich kein Foto von dieser Spinne gemacht, da ich mit meiner Todesangst beschäftigt war. Das Foto oben habe ich aus dem Internet. damit ihr sehen könnt wie die Spinne aussah.

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Mascha im verrückten Kaschmirwunderland……ein Rückblick

1. In unserem Hotel in Srinagar waren viele indische Touristen. Meistens Großfamilien. Denn der gemeine Inder reist gerne mit seiner kompletten Sippschaft. Die Familien (meist aus West Bengal) waren sooo aufgeregt wegen Urlaub und so, daß bis 3 Uhr morgens Krach und Party angesagt war. Die Türen wurden geknallt, es wurde Musik aufgedreht, die Kinder rannten kreischend über die Flure (manchmal bekam ich böse Gedanken und wollte den Kindern aus meinem Zimmer heraus ein Bein stellen) usw. Es gab aber auch Paare in den Flitterwochen, die sich total bollywoodlike anschmachteten (WIE SÜß!!!!!) Vor manchen Hotelzimmern lagen dann auch Blütenblätter verteilt und es roch überall nach Räucherstäbchen. Also entweder haben die Touris Hotelschreine in ihren Zimmern gebaut, oder die Flitterwochenpaare haben sich ein Liebesnest kreieren wollen…mit Duftstäbchen und einem Blütenmeer.

2. Frühstück war inkl., also sind wir morgens runter in den Frühstücksraum. UND ICH WAR GESCHOCKT!!!!! Der Raum mit 10 Tischen war gerappelt voll, überall wurde mit den Händen gegessen, die Tische waren vollgesaut, die Kinder rannten herum, die Erwachsenen riefen laut durcheinander. Rechts an der Wand stand das „Buffet“. Es gab Roti (so eine Art flaches Brot in Öl gebacken und Linsenbrei.  Wir nahmen uns also einen Teller (Servietten und Besteck gab es nicht) und füllten diese mit den Leckereien. Dazu gab es Chai in Mini-Bechern.

Es herrschte absolutes Chaos und das Frühstück war eine Beleidigung. Fühlte mich wie „abgefüttert“. Aber die Inder schienen begeistert.

3. Wir waren die einzigen Weißen in Srinagar (also ich habe in der ganzen Woche keine gesehen) und alle Kaschmiri fragten uns, ob wir von OBAMAISLAND wären. Wir: Nee, wir sind keine Amis.

4. Wir wollten uns einen Hindutempel ansehen, da aber beim Hindutempel auch eine große Militärbasis ist, wurden wir von Soldaten durchsucht. Mein Schatz musste zu den Männern gehen und ich verschwand hinter einem Vorhang wo zwei Soldatinnen mich abtasteten und dann meine Tasche durchwühlten. Sie schauten sich jeden Schnipsel an. Habe so etwas noch nie erlebt. Dann nahm eine Wühlmaus meine Taschentuchpackung heraus und fragt: Was ist das?????!!!!!!! Ich so: „Ähm, Taschentücher……“

Dann nahm sie meine Nivea Cremedose, öffnete sie, schaute rein und fragte böse:“Was ist das????!!!!!

Ich:“Ähm, Handcreme……..“

Dann wühlte sie noch mehr herum und fand einen Tampon. Sie schaute das merkwürdige Ding an und zeigte es ihrer Kollegin. Die schaute noch grimmiger als die andere und dann die Frage:“WAS IST DAS????!!!!

Ich:“Ähm, ein Tampon……“ Sie: „I don`t understand!!!!!!

Ich: „Naja, ähm, brauche ich bei der Periode……..“

Sie:????????????????

Und als ich dachte, daß ich Ihr das jetzt noch demonstrieren muß, kam zum Glück gerade ein Bus mit einem ganzen Haufen Pilgern. Die Soldatin ließ mich gehen.

5. Unser Freund in Kaschmir erklärte uns wie offen der Islam dort ist, wie tolerant und wie Frauen freundlich. Während er so plauderte, gingen viele Frauen in Vollverschleierung (Burka) an mir vorbei. Als ich ihn fragte was das soll, meinte er, daß diese Damen das freiwillig machen………Auch eine Professorin, mit der ich ins Gespräch kam, erklärte mir, daß die Burka eine Modeerscheinung aus dem Golf wäre. Die Frauen hätten eine zeitlang in den Golfstaaten gelebt und würden sich jetzt ohne Burka nackt fühlen……..

Später gingen wir in ein Restaurant. Mein Schatz, unser Freund und ich. Wir wollten uns gerade an einen Tisch setzen, als ein Kellner aus der Ecke sprang und uns einen anderen Bereich zuteilte. Als ich mich umsah, sah ich nur Frauen. Und auf der anderen Seite (wo ich sitzen wollte) saßen nur Männer. Als ich unseren Freund fragte warum wir hier sitzen müssen, sagte er: Das ist hier der Bereich für Frauen und wir als Deine Begleiter dürfen jetzt auch hier sitzen.

Ich: Wir sitzen also hier nur wegen mir??? Er: Ja. Ich: Warum werden Geschlechter getrennt?? Er: Gemurmel, Gemurmel Frauen fühlen sich dann wohler, Gemurmel…….

6. Auf dem Heimflug:

Taschen wurden durchsucht, Menschen wurden abgetastet. Halt der normale Wahnsinn. Als wir dann fertig mit der Durchleuchtung waren, wurde ich an die Seite genommen. Zwei Soldatinnen wollten NOCHMAL meinen Rucksack durchwühlen. Am Ende fand sie meine kleinen Pflaster. Ganz normale kleine Pflaster. Es waren drei Stück. Sie gab mir eines zurück und die anderen warf sie kommentarlos in den Mülleimer. Ich so: Hey!!! Wieso werfen sie meine Pflaster weg??? Sie ernst: „Nur EIN Pflaster pro Person!!!!! Ich: ??????????????? Sie:!!!!!!!!!! Ich: Aber wieso?????!!!!! Sie lauter: „NUR EIN PFLASTER PRO PERSON!!!!!!!

Die nächste Geschichte ist über eine Horror-Riesenspinne!!!!!!

 

 

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Jesus in Kaschmir

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Als wir in Kaschmir waren besuchten wir auch eine christliche Kirche. An den Wänden der Kirche waren überall Bilder von Jesus…..Jesus als Kaschmiri. Als wir den Pastor darauf ansprachen, erklärte er uns, daß die Kaschmiri glauben, daß Jesus die Kreuzigung überlebte und vor den Römern nach Kaschmir floh. Dort hat er dann bis zu seinem Tode als heiliger Mann und Heiler gelebt und gewirkt. Er starb mit 120 Jahren in Srinagar und wurde auch dort begraben. Das Grab kann man besuchen. Vor dem Grab sind angeblich auch die Fußabdrücke Jesus zu sehen. Du sollst die Kreuzigungsnarben in den Fußsohlen erkennen können.

Wir hatten leider keine Zeit mehr das Grab zu besuchen. Aber ich fand diese Geschichte sehr interessant, aber auch befremdlich.

Der Pastor der Kirche sagte uns aber, daß er natürlich an die Bibel glaubt und daher nicht denkt, daß diese Auslegung richtig ist.

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Opfertiere in Kaschmir

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Als wir in Kaschmir waren, war es gerade paar Tage vor dem großen muslimischen Opferfest. Die Muslime gedenken mit diesem Fest Abraham, der von Gott befohlen bekam, seinen eigenen Sohn zu töten, um seinen Glauben zu Gott zu beweisen.

Für dieses Fest wurden überall in Srinagar Opfertiere (Schafe und Ziegen) verkauft. Überall in den Straßen wurde gehandelt.

Vor der großen Moschee standen auch 2 Kamele. Die Muslime flippten aus, als sie die Tiere sahen. Sie lachten, schrien, machten Fotos. Ich verstand nicht warum diese Aufregung herrschte. Uns wurde dann erklärt, daß viele Menschen dort noch nie Kamele mit eigenen Augen gesehen haben. Die Wüstentiere sind etwas exotisches in dieser Bergregion.

Die Kamele wurden extra aus Rajasthan gebracht, um in Kaschmir geopfert werden zu können.

Man sagte uns, daß eine Ziege oder ein Schaf nur für eine Familie als Opfertier benutzt werden darf. Ein Kamel wird von 7 Familien geteilt.

Ich fand den Gedanken schrecklich, daß all diese schönen Tiere 2 Tage später sterben würden und ich war froh, daß ich vorher die Stadt verlassen konnte.

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Kaschmir, der umkämpfte Staat

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Wie angekündigt der erste Kaschmirbericht:

Kaschmir ist der nördlichste Teil Indiens und ist durch die „line of control“ in zwei Hälften geteilt. Ein kleinerer Teil gehört zu Pakistan, der andere zu Indien. Der Konflikt entstand bei der Erlangung der Unabhängigkeit Indiens 1947. Der überwiegend muslimische Teil Indiens (heutiges Pakistan) trennte sich vom Mutterland und wurde ein eigenständiger Staat. Kaschmir war und ist auch heute überwiegend muslimisch, war aber bei der Teilung Indiens eine eigenständige Provinz innerhalb Indiens. Pakistan war der Meinung, daß auch Kaschmir zu Pakistan gehören muß, da die Mehrheit muslimisch war. Deshalb bat der damalige Regierungschef Kaschmirs Indien um Hilfe. Der ganze Konflikt dauert bis heute an und keine Seite gibt nach. Pakistan hat schon 1/3 Kaschmirs besetzt und will auch noch den restlichen Teil Kaschmirs an sich reißen. Indien hat 2/3 Kaschmirs besetzt und will den pakistanischen Teil Kaschmirs zurück….und die meisten Kaschmiri wollen einen freies und eigenständiges Kaschmir. Die Kaschmiri haben eine eigene Identität und Kultur und fühlen sich zu beiden Nuklearmächten nicht zugehörig. 3 Kriege gab es deshalb schon und immer wieder kommt es zu Schießerein und Anschlägen.

(Natürlich ist die ganze politische Geschichte Kaschmirs viel komplexer. Ich habe es vereinfacht erklärt. Wer mehr wissen möchte, muß googlen).

Kaschmir ist aber trotz seiner militärischen Besetzung auch sehr schön und deshalb wollten wir uns den Norden mal ansehen. Viele Inder rieten uns nicht zu gehen, weil sie meinten, daß es zu gefährlich sei.

Wir gingen trotzdem und wir verlebten eine traumhafte Zeit.

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