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Mit Büchern wachsen

Es ist interessant wie sich das Leseverhalten mit den Jahren ändert. Ich bin sicher, daß das bei vielen der Fall ist.

An die ersten Kinderbücher, die ich selbst gelesen habe, kann ich mich nur noch an „Pucki“ von Magda Trott erinnern. Meine erste Buchreihe, die meine Mama mir schenkte.

Danach kam die Zeit der Sachbücher. Ich verschlang alles über Mumien, Mittelalter, Haie, Naturphänomenen usw.

Als Teenager kam dann die Zeit von Stephen King. Es konnte nicht gruselig genug sein.

Dann eine kurze aber peinliche Zeit der Schleimromane. Ich las Bücher mit den tollen Titeln „Brennen der Leidenschaft“, „ Wogen der Lust“ und so weiter und so weiter….kann mal jemand aufwischen kommen?

Danch folgte der Auftritt der spirituellen Ratgeber.

Dann eine Zeit der lustigen und frechen Frauenromane.

Kurze Phase der Öko-, Vegetarier-und Bionahrungsbücher.

Dann wurde es bei mir philosophisch und nun bin ich total entflammt für die klassische Literatur.

Sicher gab es zwischen alle diesen Buchetappen noch andere Lektüren, aber so ungefähr war das grobe Muster.

Ich muß zugeben, daß ich auf dem Gebiet der klassischen Literatur noch in den Babysocken stecke (Kinderschuhe wäre schon zuviel des Guten).

Für mich waren Klassiker Bücher/Geschichten, die es halt schon eeeewig gibt. Mehr Gedanken  gab es dazu nicht.

Aber irgendwann schaute ich mal in der Abteilung für klassische Literatur vorbei. Ich besah die Titel, viele sagten mir auch etwas, aber dann kam die große Leere.

Ich stand so rum und wusste nicht was ich nehmen soll.

Da kam plötzlich ein Mann mit einer Verkäuferin zu dem Buchtisch wo ich stand und ließ sich ein Buch geben. Es war goldfarbend und es stand ein russischer Name darauf. Der Mann, der das Buch strahlend entgegennahm und davon dackelte, machten einen sympathischen und klugen Eindruck. Ich nahm das goldene Buch in die Hand ( Der Meister und Margarita von Michail Bulgakow)  und las worum es ging. Das Buch entstand in den 30igern und es geht um Satan, der sich nach Moskau begibt und Chaos auslöst. Als Beschreibung stand noch dazu, daß dieses Werk ein Klassiker der literarischen Moderne sei.

Also griff ich zu und das Buch gefiel mir sehr gut.

Danach ging es wieder zum Buchladen und diesmal sah ich all diese Jane Austen Bücher. Ich dachte mir: Ok, Du magst die Jane Austen Filme, Jane Austen ist ein Klassiker als los.

Ich wählte dann „Mansfield Park“, weil das eine Jane Austen Geschichte ist, die ich noch nicht verfilmt gesehen habe.

Und ich muß sagen, daß mir der Schreibstil von Jane Austen sehr gut gefällt. Sie beschreibt so wunderbar die Menschen, die Formungen der Charaktäre, die familiären Hintergründe warum jemand so ist wie er ist,……. Es ist einfach eine Freude in Jane Austens Welt einzutauchen.

Bei Jane Austen würde man nicht wie in modernen Liebesromanen lesen: „Sie ist eifersüchtig, weil sie schon mal schlechte Erfahrungen mit einem untreuen Mann gemacht hat“.

Das wäre viel zu platt und einfach.

Jane Austen würde beschreiben, wie die Hauptperson als Kind war, wie das Umfeld ihrer Familie sie prägte, wie sie andere Erfahrungen machte und wie sie diese verarbeitet hat usw.

Nun habe ich eine Frage an alle Jane Austen Buch Kenner und alle Fans der klassischen Literatur:

Sind die Bücher von Jane Austen viel, viel besser als die Filme? Soll ich also noch andere Bücher von der englischen Dame lesen?

Und spätestens wenn es Richtung Indien geht, werde ich 1-2 Klassiker mitnehmen. Welche soll ich auswählen. Bin für alle Tipps offen.

P.S.: Wenn man sich jetzt mein aktuelles Buch „Auflösung“ anschaut, wird man wahrscheinlich stutzig…..wie häh? Ist doch kein Klassiker.

Nein, ist es nicht, aber eine liebe Freundin von mir ist selbst Schriftstellerin und sie schenkte mir 3 von ihren Werken. Ich habe die ersten beiden schon gelesen und nun ist dieses an der Reihe  😀

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