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Bitte nicht so stark fächeln….wir sind doch nicht an der Ostsee.

Was gibt es heute zu berichten?

1.

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Diese wunderschöne Pflanze ist ein Geschenk von unseren Freunden aus Israel. Sie sieht wunderschön aus!!! Vielen, vielen Dank!!!!

2.

Heute stand Mission Mittagessen auf dem Programm. Normalerweise kommt ja immer unsere indische Fee und kocht für uns, aber heute wollte ich ans Werk.

Unsere Köchin kann nämlich super kochen, aber vertut sich immer mit den Einkaufsmengen. Sie kauft im Schnitt immer zu viel Gemüse ein, was dann bei uns im Gemüsefach landet. Nach einer Woche kommt da schon was zusammen….

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(Das Obst im Bild wurde natürlich nicht mit verarbeitet)

Daher habe ich heute aus all den Dingen die da sind einen Gemüsetopf gekocht. Dazu gibt es Frikadellen.

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(Eine Frikadelle ist mir zerbröselt…..)

Jetzt bin ich müde und vollgestopft.

Etwas ausruhen, dann eine Schularbeit abliefern und dann geht es zum Strand Tennis spielen.

Was für ein Leben…..

*Mascha lehnt sich zurück in ihre Seidenkissen, zupft sich paar Weintrauben ab und zwei kleinen Inder mit großen Pfauenfedern-Fächern beglücken sie mit einer angenehmen Brise*

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Rieche zum Anbeißen

Hallo Ihr Lieben!!! Ich hoffe Ihr hattet einen guten Start in die Woche.

Ich habe heute noch einen freien Tag (frei heißt, keine Mary Poppins Aktion, dafür aber am Schreibtisch büffeln). Erst morgen geht es wieder los.

Habe mich heute Morgen in meine Hippi Goa Style Klamotten geschmissen und bin in die Buchhandlung gegangen. Ein neues Buch musste her.

Ich entschied mich wieder für ein bißchen Philosophie 😉 (Siehe aktuelles Buch)

Dann ging es zu dm. Janavar  berichtete vor einiger Zeit über die Balea Bodycream „Zuckerschnute“, die sie erst kürzlich erworben hat. Sie war begeistert und diese Begeisterung wollte ich teilen 😉

Bin also rein und habe diese Artikel gekauft:

Zuckerschnute 2,95 Euro

Himbeer-Handlotion 1,95 Euro

Roter Nagellack 1,75 Euro

Ich habe die Cremes schon ausprobiert und sie riechen himmlisch.

Die „Zuckerschnuten“ Bodycream lässt mich wie ein sommerliches Zitronentörtchen riechen und die Himbeerlotion erinnert mich an die duftigen Haare meiner geliebten „My Little Pony“ Ponys, die immer soooo eine schön perfümierte Mähne hatten…. (will aber nicht wissen wie viel Chemie darin enthalten war. Auch noch nach Jahren rochen die Haare meiner Ponys wie ein Obstkörbchen…..und meine Nase steckte eine ziemliche lange Zeit meiner Kindheit in diesen Mähnen….muß ich mir Sorgen machen?!)

Also ich dufte jetzt zum Anbeißen lecker 😉

Gehe jetzt wieder an meinen Schreibtisch. Will heute einiges schaffen. Denn jedes bearbeitete Heft ist eines weniger in meinem Koffer Richtung Indien. Also wenn das mal kein Ansporn ist 😉

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Ein weißer Mensch ist Gott näher

Mein Schatz und ich sind zum Markt gefahren um Obst zu kaufen. Wir standen vor einem Haufen voll herrlicher Früchte mitten in der überfüllten und hektischen Stadt Margao und baten um ein Kilo Weintrauben.

Nun passierte etwas, was wir in diesem halben Jahr Indien schon sehr oft erlebt haben. Wir sind dran und ein Goaner drängelt sich vor.

Jeden Tag drängeln sich die goanischen Hausfrauen vor, wenn ich am Gemüsestand stehe. Sie sind stark, schubsen Dich beiseite, rammen Dir den Einkaufskorb in die Beine und schauen Dich teilweise noch frech an.

Am Anfang war ich einfach nur irritiert und schüchtern….dachte ich versteh die indischen Regeln nicht…wollte nicht herumzicken….Ich war ja schließlich Gast in ihrem Land.

Nach einer Weile begriff ich aber, daß das reine Unhöflichkeit und fehlender Respekt war und fing an mir das nicht mehr gefallen zu lassen. Ich boxte jetzt auch weg und Maschas bösen Blick will niemand erleben….und natürlich war es auch hilfreich, daß ich locker
einen halben Meter größer bin als die.

Nun war es also wieder soweit. Wir waren dran und Mann im sauberen Anzug drängelt vor. Ich merkte das schon gar nicht mehr, aber mein Freund wollte sich das nicht mehr gefallen lassen.

Er fragte den Herrn wütend warum er sich vordrängelt und dieser verstand gar nicht was los war. Er meinte, daß er ruhig vor uns bedient werden könnte, warum wir meinen ein Vorrecht zu haben. Mein Freund erklärte, daß es darum ging, daß wir vorher hier waren und daher auch als erstes bedient werden müssen.

Der Goaner wurde böse, fing wild an mit der Hand zu fuchteln und meinte, daß wir wohl meinen uns alles erlauben zu können. Erst Kolonialherr spielen und jetzt sich aufspielen nur weil wir weiß sind.

Ich habe gedacht ich höre nicht richtig. Das dachte er? Und wohlmöglich auch die anderen Inder? Die denken, daß wir meinen Sonderrechte zu haben, weil wir weiß sind?!

Mein Freund versuchte dem aufgebrachten Mann zu erklären, daß es nicht DARUM ging, sondern um Benimmregeln, die absolut nichts mit Rassenlehre zu tun haben.

Ich musste mich kurz von der hitzigen Debatte entfernen, da ich sah, daß unser Obstverkäufer die Gunst der Stunde nutzen wollte und versuchte alte Trauben in unseren Beutel zu stopfen….zudem fiel ihm noch ein ganzer Strunk Trauben auf die schmutzige Straße, was ihn nicht davon abhielt diesen auch in unsere Tasche zu packen. Ich habe ihm erstmal klar gemacht, daß das nicht funktioniert. Bekamen dann ohne Protest neue und schönere Exemplare.

Als ich mich wieder der lauten Diskussion zuwandte, hörte ich, daß der Vordrängler uns beschimpfte als Menschen mit schlechten Manieren, die meinen sich alles erlauben zu können wegen der weißen Hautfarbe. Und er wüsste auch, daß wir uns so überlegen fühlen würden, weil wir als Weiße meinen näher an Gott zu sein.

Nun waren wir beide sprachlos.

Wir versuchten nochmal dem Herrn zu erklären, daß er da wohl etwas in den falschen Hals bekommen hat, aber ohne Erfolg. Also gingen wir aufgebracht und irritiert zu unserem Moped.

Als wir dann in einem Lebensmittelladen standen, trafen wir auf Bernd, ein ältere kleiner Herr aus Köln. Wir erzählten was vorgefallen ist und ihn überraschte das gar nicht. Hatte er doch auch schon solche Gespräche geführt. Als er an der Kasse stand, kamen wir dazu und stellten unsere Waren vor ihm auf den Verkaufstisch. Die Verkäuferin fing an unsere Waren einzutippen…Bernd wäre aber eigentlich dran gewesen….

Ich so: Ups….ist wohl der goanische Weg…

Bernd: Bin das schon gewöhnt.

Mein Freund trocken: Ich sehe das so…ich bin um einiges größer als Bernd…und Wiener, er Rheinländer und Zwerg, also müsste ich näher zum Himmel, also auch zu Gott sein…ergo…ich komme vor Bernd dran.

Wir lachten alle.

….trotz des Humors hat mich dieser Vorfall nachdenklich gestimmt….

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Exotisches Frühstück

Heute morgen wurde ich um 6.30Uhr wach, es war noch dunkel draußen, aber ich hörte schon den Hahn krähen.

Ich stieg aus dem Bett, zog mich an und riß erstmal alle Fenster und die Terrassentür auf…..über Nacht wird es ziemlich warm im Haus und somit kommt frische Morgenluft rein.

Ich bin ein Gewohnheitsmensch und ich habe meine alltägliche Routine sehr gerne….besonders die morgendliche.

Nachdem ich einige Minuten auf der Terrasse die frische Luft eingeatmet habe, es ist jetzt auch schon heller, räume ich etwas auf, fahre meinen Computer hoch und setze Wasser auf. Während ich auf das Wasser warte gehe ich auf die andere Terrasse und begutachte meinen tropischen Obstgarten.

Es ist so herrlich am Morgen. Die Luft ist frisch, die Sonne geht langssam auf und es ist alles noch so ruhig. Bei unseren Nachbarn sieht man einiges an Tieren herumlaufen. Ein stolzer Hahn sitzt auf dem Dach und begrüßt den anbrechenden Tag, ein Huhn scharrt im Sand und um das Hunh herum piepsen kleine Küken. Ein Kälbchen liegt noch verschlafen unter einem Baum und ein Schwein wühlt schon im Blatthaufen.

Dann ist Kaffeezeit 🙂

Nachdem ich Nachrichten usw. gelesen habe, gibt es Frühstück.

Mein Frühstück sah heute so aus: 2 Brötchen, Butter und als Aufstrich gab es einmal selbstgemachte Pflaumenmarmelade (100% Frucht, kein Zucker, keine Chemie) aus dem Aurobindo Ashram in Tamil Nadu…..Ostindien. Köstlich!!!!
Und als zweites gab es Honig aus einem tropischen Regenwald. Es gibt ein indisches Urvolk, das zu den Honigsammlern gehört. Eine über Generationen weitergegebene Technik des Aufspürens und des Einsammelns von Honig soll geschützt und bewahrt werden. Daher arbeitet der Ashram mit den Eingeborenen zusammen. Der Ashram zeigt diesem Volk wie es den Honig verkaufen kann, um Geld zu verdienen. Denn dieses Geld hilft das alltägliche Leben zu sichern. Die Männer des Stammes ziehen los in den Regenwald und suchen bestimmte Felsen wo die „Rock bees“ leben und ihren Honig aufbewahren. Da die Bienenstöcke ziemlich hoch in den Felsen sind, müssen die Männer an Bäumen hochklettern, um daran zukommen. Das Klettern ist gefährlich und die Bienen werden auch aggressiv, wenn man ihnen den Honig wegnimmt. Also keine einfache Angelegenheit. Las dies alles in dem Ökogeschäft in Auroville (ich glaube, ich habe von Auroville berichtet).
Genau diesen Honig genoß ich heute zum Frühstück und er war super lecker!!!

Indien, Du wirst mir fehlen….bin schon traurig…nur noch 4 Wochen…