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Für Häufchen gibt es Schläge.

1) Zeitungsartikel:

Eine Dame ist mit ihrem schwarzen Labrador Ginger spazieren gewesen. Irgendwann blieb die Inderin stehen und unterhielt sich mit einer Nachbarin. Während der Unterhaltung produzierte Ginger ein Häufchen. Und da das eine Sauerei ist, kamen gleich 5 Frauen um die Ecke gelaufen und schlugen die Hundehalterin zusammen. Sie beschimpften sie, daß sie keinen Respekt vor ihren Nachbarn hätte und alles beschmutzen würde. (Dazu muß man sagen, daß ich den Ort, wo das passierte, kenne. Dort scheißen Kühe auf die Straße, Hundekadaver liegen am Straßenrand, Müllberge überall und der Fluß in der Nähe ist eher ein Abfluß.Warum man sich dann wegen einem Ginger Häufchen so aufregen kann, ist mir ein Rätsel.) Die Hundehalterin ist sofort zur Polizei. Das ist jetzt schon knapp eine Woche her. Die Polizei hat bis jetzt keinen Finger gerührt.

(Gut das Ginger wenigstens davongekommen ist ;))

 

2) Bei der Visastelle:

Als wir gestern nochmal bei der Visa-Stelle waren, stand im Büro ein kleines ca. 10 Jahre altes Mädchen mit kurzen Haaren und einem strahlenden Lächeln. Wir fragten den Beamten wer das sei.

 

Er: Das ist die Tochter des Teemachers. Sie bringt uns immer Tee. Möchten Sie Tee?

Wir: Gerne.

Der Beamte sprach mit der Kleinen und dann rannte sie aus dem Büro.

Nach einigen Minuten kam sie mit einer kleinen Kanne und zwei Pappbechern zurück und schenkte uns heißen masala chai ein. Herrlich!!!! Die Teeverkäufer von der Straße sind echt die besten.

Mein Mann: Es ist doch mitten in der Woche. Warum ist die Kleine nicht in der Schule?

Er: Die Eltern wollen wohl kein Geld dafür ausgeben und das Mädchen will auch nicht.

Ich: Ich dachte die öffentlichen Schulen sind kostenlos. Es gibt doch eigentlich Schulpflicht.

Er: Ja, die sind kostenlos.

Ich:……….

Er: Aber das Mädchen will nicht. Sie rennt immer von der Schule weg.

Mein Mann: Ja, aber was soll mal aus ihr werden? Wo wird sie in 10 Jahren sein?

Er lacht: Kein Ahnung. Sie wird mal da sein und mal dort. Halt herumwandern.

Als wir das Büro verließen rannte uns das süße Mädchen noch ein Stück hinterher und rief: One, two three, four five, six, seven, eight, nine, ten.

Ich: Toll, Du sprichst Englisch. Das ist sehr gut.

Sie strahlte mich an und rannte zu ihrem Vater, der mit seinem Teewagen mitten auf der Straße stand und die Glocke schlug.

(Als ich meinen Pass mit dem neuen Visum zurückbekommen sollte, reichte der Beamte nicht mir den Pass, sondern meinem Mann. Das Indien ein Land der Männer ist und Frauen wenig zu sagen haben, bemerkt man an bei vielen Dingen….habe schon darüber berichtet. Zum Bespiel wird dem Mann zuerst das Essen serviert, der Mann wird gefragt, wie die Frau das Kleid geschneidert haben soll usw. Aber als ich neben meinem Mann saß und der Beamte MEINEN Pass meinem Mann reichte, da war das doch ein schräges Gefühl.)

3)

In den indischen Zeitungen findet man immer wieder Artikel über Vergewaltigungen. Manche Vergewaltigungen hier wären auch Vergewaltigungen bei uns, aber gewisse Vergewaltigungsfälle sind indisch. Warum? Zum Beispiel stand gestern in der Zeitung ganz groß: Makler wegen Vergewaltigung verhaftet!!!

Da denkst Du erstmal: Richtig so. Und liest dann weiter.

Eine Frau war mit diesem Makler 3 Monate zusammen. Sie hatten Heiratspläne und Geschlechtsverkehr. Alles romantisch, alles einvernehmlich. Dann nach 3 Monaten hat dieser Makler gesagt, daß er doch nicht heiraten will und verließ daraufhin die Klägerin. Diese ging mit gebrochenen Herzen zur Polizei und zeigte den Ex wegen Vergewaltigung an. Der Makler wurde daraufhin festgenommen.

Jetzt wird wohl unsereins denken: Naja, die will sich halt rächen und hat sich deshalb diese böse Vergewaltigungsgeschichte ausgedacht.

Nein.

Das ist in Indien völlig normal. Wenn ein Mann eine Beziehung mit einer Frau führt und auch Sex mit der Dame hat, ist das eine ernste Sache. Die Gesellschaft ist hier immer noch sehr konservativ. Die Frauen haben normalerweise erst in der Ehe Sex. Manche Inderinnen sind aber mutiger und haben schon Sex vor der Ehe, ABER meistens nur, weil sie glauben, daß der Geliebte sie heiraten wird. Wenn dann diese Möchtegern-Verlobten doch keine Lust haben und sich trennen, haben sie die Ehre der Ex angekratzt und dann war der ganze Sex in der Beziehung eine lange Aneinanderreihung von Vergewaltigungen.

Was denke ich darüber?

1. Es ist nicht in Ordnung einen Mann Vergewaltiger zu nennen und verhaften zulassen, nur weil er die Beziehung beendet hat. Das geht zu weit!!!!!

2. Aber dazu muß man sagen, daß die indischen Männer ja wissen, wie die Gesellschaft hier funktioniert und einige Exemplare haben evtl vorsätzlich Heiratsversprechen gemacht, um an das Schmuckkästen der Freundin zu kommen. Auch nicht ok.

3. Laut der Gesellschaft hier, hat eine anständige Frau NIE Sex vor der Ehe. Also haben die Klägerin sich ja auch beschmutzt.

Als Westler ist das alles manchmal wirklich zu schräg und nicht nachvollziehbar.

Was haltet Ihr davon?

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Putzen und Hupen…..nur auf eigene Gefahr!!!

Heute las ich wie jeden Morgen indische Zeitungen und stolperte über diese Geschichte.

In Margao, daß ist die größte Stadt im Süden Goas (von uns 10 Minuten mit dem Moped entfernt), ist auf dem Fischmarkt Mittwochabend laut Augenzeugen folgendes passiert:

Ein Deutscher wollte mit seinem am Fischmarkt geparkten Moped wegfahren. Dieser war aber von einem Laster blockiert. Der Fahrer des Lasters lieferte gerade Fisch aus. Den Schlüssel ließ er im Zündschloß.

Der Deutsche schaffte es anscheinend nicht mit dem Moped an dem Fischlaster vorbeizufahren und wurde daraufhin sehr wütend.

Das der Fischmann weit und breit nicht zu sehen war, stieg der ungeduldige Landsmann in die Fahrerkabine des Lasters ein.

Laut Aussage des Deutschen wollte er nur die Hupe des Fahrzeugs benutzen, um den Fischlieferanten auf sich aufmerksam zu machen.

Der Deutsche startet aber nicht nur den Laster, sondern dieser setzte sich auch in Bewegung.

Resultat: Der Fischlaster demolierte 11 Mopeds, die neben dem Fahrzeug parkten und ein Auto.

Und wie es in Indien so ist, versammelte sich sehr schnell ein wütender Mob. Und dieser Mob  zog den deutschen Unschuldshuper aus dem Fahrzeug.

Dann erfolgte eine indische Lektion. Nie, nie, die Hupe eines Inders betätigen und schon gar nicht ungefragt eine Spritztour mit einem Fischlaster unternehmen.

Um sicher zu gehen, daß diese Botschaft auch wirklich beim Deutschen angekommen ist, habe die Goaner ihm diese Information regelrecht rein geprügelt.

Das nenne ich mal Kulturschock 2000 🙂

Als die Polizei eintraf, zerstreute sich die Menschenmenge und der Deutsche wurde ins Krankenhaus gebracht.

Der Möchtegern-Fischlasterfahrer war aber nicht schlimm verletzt.

Der Fall ist damit abgeschlossen.

Es gibt keine Polizeianzeige, da sich die betroffenen Parteien geeinigt haben.

Es lebe die Indisch-Deutsche Freundschaft!!! 🙂

Diese Geschichte ist so super wie die aus Schweden letzte Woche:

Eine Putzfrau reinigte die Fahrerkabine eines Zuges und dabei drehte sie versehentlich den Schlüssel zum Starten des Zuges herum.

Der Zug fuhr daraufhin los und donnerte in einen Bahnhof, direkt in ein Gebäude.

Die Polizei dachte zuerst, daß die Putzfrau den Zug mit Absicht entführt hatte.

In Wirklichkeit wollte sie nur Staubwischen. Die Schwedin stand nach diesem Vorfall unter Schock.

 

Hmm, ich sehe gerade, daß ich mal wieder putzen müsste…..und irgendwie habe ich jetzt Lust auf Fisch.

 

 

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Mein Freund wird Rikschafahrer

Am nächsten Tag wollten mein Partner und ich mit einer Fahrradrikscha zur Schule fahren. Wir handelten den Preis aus, sprangen auf das wackelige Gefährt und der Fahrer (ein knochiges Männchen , eingehüllt in Lumpen) trat in die Pedalen. Der Verkehr war natürlich wieder der Wahnsinn. Die Straße war voll mit Autos, Tuktuks, Kühe, Menschen usw und Schlaglöcher gab es auch ohne Ende. Als wir dann in den Kreisel hineinkamen, standen wir komplett in der Mitte….und nichts ging mehr weiter. Alles steckte fest, wildes Gehupe war die Antwort. Ein Polizist mit Schlagstock versuchte den Fluß wiederherzustellen. Auf einmal kam ein großes Auto von rechts, rammte unsere Rikscha und fuhr weiter. Unser Fahrer wurde wütend, sprang von dem Fahrrad, schaute sich seine evtl. beschädigte Rikscha an und……rannte dem Auto hinterher.
Toll.
Da standen wir also in diesem Gefährt, mitten im Kreisel, keiner kommt weiter und unser Fahrer ist nicht mehr zu sehen. Der Polizist fängt an wie wild zu fuchteln und schreit etwas auf Hindi. Wir verstehen natürlich nur Bahnhof, aber wir wissen, daß wir hier im Weg sind. Mein Partner springt raus und versucht nun die Rikscha zu schieben.
Ein Bild für die Götter….ich musste so lachen!!!
Dann kam aber der Fahrer hektisch angerannt, sprang auf das Fahhrad, mein Freund hüpfte hinten wieder drauf und dann ging es los. Wir setzen uns langsam in Bewegung. Der Polizist war aber wohl sauer über diese Aktion und schlug erstmal mit seinem Stock dem Fahrer auf den Rücken. Der duckte sich und versuchte schneller in die Pedalen zu hauen. Als wir aus der Reichweite des Prüglers waren, drehte sich der Inder um und meinte: Die Polizei ist sehr böse zu uns. Ich komme aus Kalkutta und da sind die Polizisten viel netter.
Naja, wer es glaubt wird selig…..
Er tat mir leid….aber so ist das in Indien. Die Hierachien sind klar gesteckt. Ein Rikschafahrer zum Beispiel ist eher unten in den Klassen angesiedelt….und die „besseren“ Klassen gehen nicht nett mit diesen Menschen um.