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Mascha Poppins in der Sinnkrise

Gestern war ich mal wieder als Mascha Poppins unterwegs. Ich musste auf einen 1-jährigen süßen Zwerg aufpassen….naja, auch wenn er gestern eher ein Schrei-Troll war. Trolli hatte nämlich nicht gut geschlafen und begrüßte mich schon mit roten Augen und mit „Ich laß die Mama nicht los…geh weg, Poppins“ Manier.

Der Tag verlief trotzdem ganz gut (habe es halt drauf). Das Resultat war nur, daß ich nun überall Blasen an den Füßen habe, da ich mit dem ungewohnten festen Schuhwerk stundenlang meine Runden in Parks drehen musste, damit der Kleine seinen Schlaf nachholen konnte. Blieb ich mal vorsichtig stehen, um die Natur zu genießen, Zeitung zu lesen, mein Schuhband neu zu binden oder darüber nachzudenken warum ich immer noch als Kindermädchen arbeite, fing Trolli sofort an wach zu werden und mich mit dem Blick „fahr weiter, oder ich weine“ anzuschauen. Also war Mascha an diesem Tag (total ungezwungen) sportlich unterwegs.

Ich sah ziemlich aus wie A*****, da ich meine Poppinskleidung trug…..und die sieht nicht aus wie das Kleidchen im Film. Sondern Du brauchst elastische, krabbeltaugliche Hosen (sehr sexy), ein olles Oberteil, da immer Spuckgefahr (am liebsten Blaubeerbrei oder Pastasauce) und festes Schuhwerk, damit man durch die Stadt wandern kann.

Trotzdem schauten mich viele junge Männer an. Lächelten, schauten hinterher, grüßten. Also nicht, daß ich sonst keine Aufmerksamkeit bekomme ( Achtung….gesunde Portion Selbstliebe;)), aber mir fiel auf, daß es an diesem Tag viel mehr war. Also an meinem Aussehen kann es nicht gelegen haben. War es das schlafende Kind? Eine mütterliche Ausstrahlung, die positiv auf das männliche Geschlecht wirkt? Ich werde dieses Phänomen weiter beobachten.

Auf das Klo musste ich während des Spaziergangs auch. Ich wollte eigentlich noch vor dem Parkausflug für kleine Mädchen, aber Trolli ließ mich nicht. Das Kind schrie wie am Spieß, weinte und wollte nicht vom Arm runter. Als ich so mit dem Heulbündel durch die fremde Wohnung lief und versuchte einhändig den Kleinen warm einzupacken, schaute ich mich nach der Toilette um. Aber ich fand sie nicht!!! Meine Verwirrung war groß und das Geschrei an meinem rechten Ohr half nicht gerade bei der Orientierung. Dann fand ich eine Tür versteckt hinter Fahrrädern. Ich konnte die Tür nur 30 cm weit öffnen. Wie sollte ich mich da durchquetschen?! Und was mache ich mit Trolli? Das Kind auch über die Fahrräder heben und ins Badezimmer setzen? Ihn vor der Tür sitzen lassen und mich alleine durchdrängeln?

Verwarf die ganze Idee und bat meine Blase noch etwas durchzuhalten.

Hat auch irgendwie funktioniert.

Als ich dann so mit Blasen an den Füßen und TOTAL SCHICK gekleidet durch die Fußgängerzone Richtung nach Hause humpelte, dachte ich so: Mascha, warum tust Du Dir das an?

Morgen folgt Klappe die 2.