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Essen für einen Sadhu

Wir spazierten also abends an dem Ghat entlang, ließen uns mit der Masse treiben und lauschten den Gebetsklängen. Der Vollmond leuchtete auf den Ganges und eine große Shiva Statue schaute auf uns herab. Man hatte das Gefühl in einer ganz anderen Welt zu sein.

Zum Abendessen gingen wir in ein indisches Restaurant. Das deutsch-französische Paar aus dem Bus war mit dabei.

Das Essen war gut, aber mal wieder viel zu scharf für mich.

Am Ende waren wir satt und ließen uns die Reste einpacken. Es war noch sooo viel übrig und daher wollten wir das Essen einem Sadhu geben. Sadhus sind Männer, die dem „normalen“ Leben entsagt haben und sich auf einem spirituellen Pfad befinden….indische Mönche.  Diese Männer erkennt man an ihrer meist orangen Kleidung, Gebetsketten und langen Haaren,  die teilweise wie Turbane aufgewickelt sind. Diese Männer überleben durch Spenden.

Es gibt aber sehr viele Betrüger, die nur so tun, als wären sie Sadhus. In Wirklichkeit sind sie einfache Bettler. Und für einen Laien ist es sehr schwer herauszufinden wer echt ist.

Aber arm sind sie alle und daher war es momentan egal.

Wir gingen also mit dem Essen in einer Tüte zum Ghat und da kam uns auch schon ein alter Sadhu entgegen und bettelte.

Wir reichten ihm die Tüte, er bedankte sich und ging mit dem Essen paar Meter von uns weg.

Wir blieben stehen, weil wir sehen wollten was er jetzt machen würde.

Er blieb an einem Wasserspender stehen, hockte sich hin, öffnete die Tüte, schaute rein, machte sie wieder zu, legte sie auf einen Stein und ging zum Wasserständer.

Er trank paar Mal und dann ging er einfach weg, ohne Tüte und setzte sich ein ganzes Stück weg auf eine Mauer.

Toll, dachten wir. Der nimmt das Essen gar nicht. Dann kann es ihm ja gar nicht so schlecht gehen.

In dem Moment kam ein anderer „Sadhu“ und bettelte. Mein Freund dachte, daß er das Essen lieber dem 2. Sadhu gibt. Also zeigte er dem Sadhu die Tüte mit Essen. Dieser regte sich aber plötzlich auf, da er wohl dachte, daß mein Partner ihm Müll geben wollte, da diese Tüte auf einem Stein lag. Wir versuchten ihm zu erklären, daß das frisches Essen sei, kein Müll. Aber er sprach kein Englisch und fuchtelte nur aufgebracht herum.

Als er wegging kamen Straßenkinder und sie schauten gierig auf die Tüte, also gaben wir ihnen das Essen und sie nahmen es dankbar an. Als wir uns schon entfernten, hörten wir plötzlich Geschrei und drehten uns um. Der erste Sadhu sah nun, daß die Kinder „seine“ Tüte hatten und rannte ihnen schreiend hinterher. In diesem Moment tat es mir leid, daß wir die Tüte weitergereicht hatten, aber wieso hat er sie dann auf den Boden gelegt und ist weggegangen?!

Wir gingen Richtung Hotel und sahen einen Straßenhund (es gibt sehr viele in Indien) neben einer Treppe sitzen. Sein Bein zitterte und als wir genau hinschaute erkannte wir, daß der Fußknöchel gebrochen war. Wir konnten die Knochen und alles sehen, weil sie aus der Haut herausstachen. Es war aber kein Blut zu sehen, also schien es keine frische Verletzung gewesen zu sein. Uns tat der Hund so leid und wir gingen mit einem ganz schlechten Gewissen weiter. Wir hätten gerne geholfen. Aber wie?

Indien kann so hart sein. Wirklich.

Am nächsten Morgen wollten mit einer Sessellift zu einem Tempel fahren. Als wir beim Ticketschalter ankamen war dort schon eine riesige Schlange. Wir haben ewig gewartet. Eine alte Inderin drängelte sich dann einfach vor und die Inder in der Schlange wurden sauer. Ein Aufpasser schrie die Frau an und zog sogar an ihrem Arm. Sie war super stur, aber letztendlich gab sie nach. Beim Ticketkauf gab es anstatt Wechselgeld Bonbons. Das ist üblich und die Bonschis waren lecker 😉

Dann noch eine kleine Frühstückspause mit Chai Masala und frittierten Gemüsetaschen (auf dem Foto schon weggefuttert 😉 ) und dann ging es wieder runter. Es musste gepackt werden für Rishikesh.

Fortsetzung folgt…

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Mein Vanillezucker ist alle…..Zeit nach Hause zu fliegen.

Gestern habe ich bemerkt, daß es Zeit wird nach Hause zu fliegen. Mein Vanillezucker ist alle und das heißt kein Kuchenbacken mehr. Australien…ich sag tschöööö!!!!

Aber fangen wir von vorne an: Gestern habe ich den ganzen Tag vor meinen Studienunterlagen gesessen und mich nicht zum ersten Mal gefragt was der ganze Sch**** soll.

Zudem ging mir meine Mitbewohnerin ziemlich auf den Keks. Ich meine, wer mit Anfang 40 in voller Lautstärke „Who lets the dogs out..uuu, uuu, uuu“ aufdreht und mitbrüllt, tickt ja wohl nicht mehr ganz sauber. Aber naja, da musste ich durch. Ist ja auch ihr Haus. Ich also in mein Zimmer und Tür zugemacht. Normalerweise wäre ich in ein Café gegangen mit all meinen Unterlagen und hätte dort stundenlang gelernt, aber draussen fing es an zu schütten.

Es war ein wirklicher Wolkenbruch und ich muß leider gestehen, daß ich etwas schadenfroh war, da ich wusste, daß unsere Mitbewohnerin an diesem Abend 4 Stunden walken musste für einen gute Zweck….irgendeine Krebsorganisation….sie wurde als Walker gesponsert….

Also ich muß sagen, daß die Leute, die dafür gespendet haben,  bestimmt nichts dagegen gehabt hätten, wenn sie bei diesem Unwetter zu Hause geblieben wäre. Ich meine….es ist ja für einen guten Zweck. Welcher Spender will denn, daß sie bei sinnflutartigen Regengüssen und Sturmböen 4 Stunden am Strand langspaziert…..Evil Spender: Jaaaaa, sie soll leiden….dafür habe ich gespendet….leide, leide!!!!!

Sie meinte aber, sie müsste laufen…ganz egal was ist…und nachdem sie sich auch noch das Bügelbrett auf den Fuß haute, humpelte sie davon.

Naja, mir war es nur recht.

Habe dann mit meinem Freund schön gegessen und danach schauten wir Two and Half Men Folgen. Sehr komisch:)

Und dann meinte ich, daß ich noch einen Kuchen backen möchte. Ich mag einfach gerne morgens ein Stück Marmorkuchen essen und dazu eine Tasse Kaffee trinken.

Gehe also an den Vorratsschrank und da sehe ich, daß jemand an meinen Vanillezuckertüten dran war!!!! Es war nur noch EINE übrig.

Konnte es nicht fassen…..dazu muß ich sagen: Australien ist nicht gerade für seine Backkunst berühmt. Es ist wie im Ami-Land. Überall Muffins, Brownies und Fertigmischungen. Die Leute hier sind nicht in der Lage anständig zu kochen und/oder zu backen. Und daher bekomme ich hier nur schwer die Zutaten, die ich zum Backen brauche. Mein Vanillezucker war also sehr wertvoll, da es hier keine Alternative gibt. Und ohne schmeckt es einfach nicht so gut.

Nun sehe ich, daß nur noch ein Tütchen da war. Ich nehme es in die Hand wie den heiligen Gral und rieche daran und denke: Europa, es wird Zeit, daß ich nach Hause komme.

Aber es war auch meine Schuld. Meine Mitbewohnerin wollte letzte Woche einen Kuchen backen für ihre Arbeitskollegen und hatte keinen Clue wie das zu bewerkstelligen ist. Sie kannte sich nur mit den Fertigprodukten aus. Sie meinte, daß mein Marmorkuchen lecker sei und sie möchte den auch machen. Ich meinte dann zu ihr, daß ich ihr mein Rezept geben werde und das sie auch eine Tüte Vanillezucker nehmen soll…das sei das Geheimnis….

…als ich dann abends nach Hause kam, war der Kuchen schon im Ofen. Ich fragte sie, ob sie sich ein Rezept aus dem Internet genommen hat. Sie so: Nö, habe einfach irgendwie Mehl usw. zusammengeklatscht. Wird schon passen. Naja, wusste schon, daß das nicht gut gehen kann.

Als der Kuchen rauskam dachte ich schon: Mist, dafür ist eine Vanillezuckertüte gestorben. Wir probierten den Kuchen und es war ein Desaster. Sie war ganz traurig und das tat mir so leid, daß ich ihr anbot nochmal mit ihr zusammen einen zu backen….und dahin ging ein zweites Tütchen. Dieser Kuchen wurde dann natürlich ein Erfolg.

Sie muß dann  irgendwann heimlich noch mehr Kuchen gebacken haben….mit Vanillezucker…denn wie gesagt, es war nur noch ein Tütchen da.

Naja, ich habe also gestern abend meinen letzten Kuchen in Australien gebacken und abends um 23.30Uhr auch noch ein Stück verdrückt.

Weggestreut…..