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Goldtempel + Diwali Druck

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Wir waren für zwei Tage in Amritsar. Amritsar liegt in Punjab und ist die heiligste Stadt der Sikhs (das sind die Inder mit dem Turban). Dort befindet sich der Goldene Tempel. Dieser ist für die Sikhs so wichtig wie der Petersdom für die Katholiken. Den Tempel haben wir natürlich besucht. Es war auch extrem viel los, da der 544. Geburtstag vom Guru Nanak war. Wir dachten, wir würden viele weiße Touristen antreffen, aber das war nicht der Fall. Wir haben nur ein ungarisches Paar getroffen. Das wars. Und alle Inder flippten aus vor Freude, als sie sahen, daß ich Punjab Kleidung trug 🙂

Was haben wir alles erlebt?

1. Wir wollten mit einem Schnellzug von Delhi nach Amritsar. Die Fahrt sollte 6 Stunden dauern. Daraus wurden aber über 8 Stunden, da vor uns ein Güterzug entgleist war.

2. Es gab während der Zugfahrt einiges zu essen. Das gehörte mit zum Service. Es bekam sogar jeder Passagier seine eigene Teekanne. Goldig!!

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3. Wir fragten einen netten Inder was der Unterschied zwischen Roti und Chapati sei. Er erklärte uns, daß beide Fladenbrote gleich seien. Roti sei nur das Hindi Wort und Chapati sei das englische………Wir so: Chapati klingt gar nicht englisch. Er: Doch, doch. Das ist englisch.

(Später hat mich unser netter Nachbar Prof. Kapoor aufgeklärt. Chapati ist Hindi und Roti ist Urdu.)

Das macht auch mehr Sinn 😉

4. Im Goldenen Tempel gibt es eine riesige Küche. Dort bekommen bis zu 70.000 Menschen jeden Tag eine kostenlose Mahlzeit. Ein Sikh hat uns herumgeführt. UNGLAUBLICH!!!!! Alleine die Menschenmassen, die da durchgeschleust werden. Die Tellerberge, die da herum jongliert werden. Das kann man sich nicht vorstellen. Möglich ist das alles durch Spenden. Die Sikhs spenden immer 10% ihres Einkommens für die Allgemeinheit.

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5. Am Nachmittag sind wir dann zur Indisch-Pakistanischen Grenze gefahren. An einer bestimmten Stelle findet jeden Tag ein Zeremonie statt. 1 km vor der Grenze musste unser Fahrer parken und dann musste man gehen. Was ich dann erlebte war für mich unfassbar. Überall war Partystimmung. Ganze Busladungen von Indern wurden abgeladen. Die Leute waren mit Fahnen, Hüten usw. bewaffnet. Sie wedelten mit ihren indischen Fahnen, rannten herum, lachten und tanzten. Mit dieser riesigen Horde gingen wir dann zur Grenze. Ich fühlte mich wie in einem Fanblock Richtung Fußballstadion. An der Grenze dann, setzten sich die Menschen auf die Tribünen. ES WAR SOOOO VOLL!!!!!. Und dann kam plötzlich Musik. Bollywood Songs wurden laut gespielt und die Menschen fingen an vor der Grenze herumzutanzen. Auch einige Ami Frauen tanzten mit.

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Ich fand das alles etwas befremdlich. Da nur 10 Meter weiter die Pakistaner saßen (die im ganzen etwas ruhiger waren) und man weiß, daß Indien und Pakistan verfeindet sind. Wie man dann so herum hopsen und das alles so feiern kann, war mir ein Rätsel. Und das sich die Amis nicht auskennen war eh klar.

Nach der Musik nahmen alle Platz und dann fingen die Soldaten an herumzumarschieren. Das gleiche passierte auf der anderen Seite der Grenze. Irgendwann wurde die Grenze aufgemacht, es wurde weiter marschiert, ein indischer Soldat ist versehentlich ausgerutscht und landete auf dem Po. Er wurde ausgelacht und zwischendurch schrien alle laut: HINDUSTAN!!!!! Was Indien bedeutet. Nach Sonnenuntergang war der ganze Kram erledigt und wir gingen zum Auto zurück……alles etwas schräg.

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6. Abends waren wir nochmal beim Goldenen Tempel. Alles war schön beleuchtet. Einen Sikh fragten wir, was er davon hält, daß die Inder glauben, daß es wirklich Affengötter, Elefantengötter usw. gegeben hat. (Sikhs selbst glauben ja nur an einen Gott). Der Sikh ganz ernst: Das weiß ich nicht. Die Götter haben vor meiner Zeit gelebt. Da war ich noch nicht auf der Welt………..ach nee….

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7. Spät abends setzen wir uns noch mit zwei Herren zusammen, die wir am Vortag kennengelernt hatten. Vater und Sohn leben in Braunschweig, machten aber gerade eine Indien-Tour. Der Vater ist selber Inder, lebt aber seit 50 Jahren in Deutschland. Mein Mann und ich erzählten von dem Grenzzirkus und von den Milliarden Euro die jedes Jahr von der indischen Regierung für Waffen ausgegeben werden. Und zum Mars wir auch geflogen. Aber die Menschen im Land sind arm, viele Kinder gehen nicht zu Schule, Dreck und Müll an jeder Ecke, verschmutzte Flüsse, 60% der Menschen haben keinen Zugang zu Toiletten usw. So viele Probleme, und das Geld wird nur für so einen Blödsinn ausgegeben. Sagt der Sohn (38): Also ich finde das Indien ein Recht hat Atomtests durchzuführen. Frankreich hat es ja auch gemacht. Frankreich hat im Südpazifik alles verstrahlt und die neuseeländischen Fischer können deswegen keinen Fisch mehr fangen. Die Inder dürfen auch durch Atomtests alles verstrahlen. Gleiches Recht für alle…………………….

?????????????????????

Was für ein beknacktes Argument ist das denn???!!!

8. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Zug wieder nach Delhi. Vor der Fahrt bekam jeder Passagier eine 1 Liter Wasserflasche. 2 Minuten bevor der Zug seine Endstation erreichte, kam folgende Durchsage: Attention, Attention!! Please take your waterbottle with you or destroy it.

9. Gestern kam unser netter Nachbar und befahl mir höflich mit ihm mitzukommen. Denn er wollte mit mir Süßigkeiten einkaufen gehen. Ich: Wieso?

Er: Eure Köchin und eure Putzfrau haben sich beschwert, daß sie nichts zu Diwali bekommen haben. Sie haben mir gesagt was sie gerne essen und das werden wir jetzt kaufen.

Ich:?????

Aber das Wort von Kapoor ist Gesetz, als schnappte ich mein Geld und folgte ihm. Als wir mit seinem Auto herum fuhren, erklärte ich ihm höflich, daß wir die Diwali Regeln noch nicht wirklich kennen und das wir niemanden verletzen wollten, ABER das ich so leicht das Gefühl habe, daß hier Schenken keine Option ist, sondern ein Muss.

(Fühlte mich etwas unter Druck gesetzt).

Herr Kapoor erklärte mir dann, daß man Diwali Süßes und Geld schenken muß!!!! MUß, muß, muß. Alles andere geht gar nicht!!!!

Ok.

Nachdem Herr Kapoor im Geschäft die indischen Köstlichkeiten bestellte und ich brav zahlte, sah ich beim Hinausgehen 2 große Ratten und eine Baby-Ratte durch den Laden huschen…….

Als ich meiner Köchin später das Geschenk überreichte, strahlte sie wie ein kleines Kind und umarmte mich.

Die Putzfrau nahm ihr Geschenk an und sagte ganz viel auf Hindi. Ich nix verstanden. Aber sie sah nicht 100%ig zufrieden aus. Aber ist mir jetzt egal.

Also Happy Diwali nochmal…..in 2 Tagen sind wir in Goa….und da sind die meisten Christen. Da kenne ich mich aus…….