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Goldtempel + Diwali Druck

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Wir waren für zwei Tage in Amritsar. Amritsar liegt in Punjab und ist die heiligste Stadt der Sikhs (das sind die Inder mit dem Turban). Dort befindet sich der Goldene Tempel. Dieser ist für die Sikhs so wichtig wie der Petersdom für die Katholiken. Den Tempel haben wir natürlich besucht. Es war auch extrem viel los, da der 544. Geburtstag vom Guru Nanak war. Wir dachten, wir würden viele weiße Touristen antreffen, aber das war nicht der Fall. Wir haben nur ein ungarisches Paar getroffen. Das wars. Und alle Inder flippten aus vor Freude, als sie sahen, daß ich Punjab Kleidung trug 🙂

Was haben wir alles erlebt?

1. Wir wollten mit einem Schnellzug von Delhi nach Amritsar. Die Fahrt sollte 6 Stunden dauern. Daraus wurden aber über 8 Stunden, da vor uns ein Güterzug entgleist war.

2. Es gab während der Zugfahrt einiges zu essen. Das gehörte mit zum Service. Es bekam sogar jeder Passagier seine eigene Teekanne. Goldig!!

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3. Wir fragten einen netten Inder was der Unterschied zwischen Roti und Chapati sei. Er erklärte uns, daß beide Fladenbrote gleich seien. Roti sei nur das Hindi Wort und Chapati sei das englische………Wir so: Chapati klingt gar nicht englisch. Er: Doch, doch. Das ist englisch.

(Später hat mich unser netter Nachbar Prof. Kapoor aufgeklärt. Chapati ist Hindi und Roti ist Urdu.)

Das macht auch mehr Sinn 😉

4. Im Goldenen Tempel gibt es eine riesige Küche. Dort bekommen bis zu 70.000 Menschen jeden Tag eine kostenlose Mahlzeit. Ein Sikh hat uns herumgeführt. UNGLAUBLICH!!!!! Alleine die Menschenmassen, die da durchgeschleust werden. Die Tellerberge, die da herum jongliert werden. Das kann man sich nicht vorstellen. Möglich ist das alles durch Spenden. Die Sikhs spenden immer 10% ihres Einkommens für die Allgemeinheit.

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5. Am Nachmittag sind wir dann zur Indisch-Pakistanischen Grenze gefahren. An einer bestimmten Stelle findet jeden Tag ein Zeremonie statt. 1 km vor der Grenze musste unser Fahrer parken und dann musste man gehen. Was ich dann erlebte war für mich unfassbar. Überall war Partystimmung. Ganze Busladungen von Indern wurden abgeladen. Die Leute waren mit Fahnen, Hüten usw. bewaffnet. Sie wedelten mit ihren indischen Fahnen, rannten herum, lachten und tanzten. Mit dieser riesigen Horde gingen wir dann zur Grenze. Ich fühlte mich wie in einem Fanblock Richtung Fußballstadion. An der Grenze dann, setzten sich die Menschen auf die Tribünen. ES WAR SOOOO VOLL!!!!!. Und dann kam plötzlich Musik. Bollywood Songs wurden laut gespielt und die Menschen fingen an vor der Grenze herumzutanzen. Auch einige Ami Frauen tanzten mit.

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Ich fand das alles etwas befremdlich. Da nur 10 Meter weiter die Pakistaner saßen (die im ganzen etwas ruhiger waren) und man weiß, daß Indien und Pakistan verfeindet sind. Wie man dann so herum hopsen und das alles so feiern kann, war mir ein Rätsel. Und das sich die Amis nicht auskennen war eh klar.

Nach der Musik nahmen alle Platz und dann fingen die Soldaten an herumzumarschieren. Das gleiche passierte auf der anderen Seite der Grenze. Irgendwann wurde die Grenze aufgemacht, es wurde weiter marschiert, ein indischer Soldat ist versehentlich ausgerutscht und landete auf dem Po. Er wurde ausgelacht und zwischendurch schrien alle laut: HINDUSTAN!!!!! Was Indien bedeutet. Nach Sonnenuntergang war der ganze Kram erledigt und wir gingen zum Auto zurück……alles etwas schräg.

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6. Abends waren wir nochmal beim Goldenen Tempel. Alles war schön beleuchtet. Einen Sikh fragten wir, was er davon hält, daß die Inder glauben, daß es wirklich Affengötter, Elefantengötter usw. gegeben hat. (Sikhs selbst glauben ja nur an einen Gott). Der Sikh ganz ernst: Das weiß ich nicht. Die Götter haben vor meiner Zeit gelebt. Da war ich noch nicht auf der Welt………..ach nee….

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7. Spät abends setzen wir uns noch mit zwei Herren zusammen, die wir am Vortag kennengelernt hatten. Vater und Sohn leben in Braunschweig, machten aber gerade eine Indien-Tour. Der Vater ist selber Inder, lebt aber seit 50 Jahren in Deutschland. Mein Mann und ich erzählten von dem Grenzzirkus und von den Milliarden Euro die jedes Jahr von der indischen Regierung für Waffen ausgegeben werden. Und zum Mars wir auch geflogen. Aber die Menschen im Land sind arm, viele Kinder gehen nicht zu Schule, Dreck und Müll an jeder Ecke, verschmutzte Flüsse, 60% der Menschen haben keinen Zugang zu Toiletten usw. So viele Probleme, und das Geld wird nur für so einen Blödsinn ausgegeben. Sagt der Sohn (38): Also ich finde das Indien ein Recht hat Atomtests durchzuführen. Frankreich hat es ja auch gemacht. Frankreich hat im Südpazifik alles verstrahlt und die neuseeländischen Fischer können deswegen keinen Fisch mehr fangen. Die Inder dürfen auch durch Atomtests alles verstrahlen. Gleiches Recht für alle…………………….

?????????????????????

Was für ein beknacktes Argument ist das denn???!!!

8. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Zug wieder nach Delhi. Vor der Fahrt bekam jeder Passagier eine 1 Liter Wasserflasche. 2 Minuten bevor der Zug seine Endstation erreichte, kam folgende Durchsage: Attention, Attention!! Please take your waterbottle with you or destroy it.

9. Gestern kam unser netter Nachbar und befahl mir höflich mit ihm mitzukommen. Denn er wollte mit mir Süßigkeiten einkaufen gehen. Ich: Wieso?

Er: Eure Köchin und eure Putzfrau haben sich beschwert, daß sie nichts zu Diwali bekommen haben. Sie haben mir gesagt was sie gerne essen und das werden wir jetzt kaufen.

Ich:?????

Aber das Wort von Kapoor ist Gesetz, als schnappte ich mein Geld und folgte ihm. Als wir mit seinem Auto herum fuhren, erklärte ich ihm höflich, daß wir die Diwali Regeln noch nicht wirklich kennen und das wir niemanden verletzen wollten, ABER das ich so leicht das Gefühl habe, daß hier Schenken keine Option ist, sondern ein Muss.

(Fühlte mich etwas unter Druck gesetzt).

Herr Kapoor erklärte mir dann, daß man Diwali Süßes und Geld schenken muß!!!! MUß, muß, muß. Alles andere geht gar nicht!!!!

Ok.

Nachdem Herr Kapoor im Geschäft die indischen Köstlichkeiten bestellte und ich brav zahlte, sah ich beim Hinausgehen 2 große Ratten und eine Baby-Ratte durch den Laden huschen…….

Als ich meiner Köchin später das Geschenk überreichte, strahlte sie wie ein kleines Kind und umarmte mich.

Die Putzfrau nahm ihr Geschenk an und sagte ganz viel auf Hindi. Ich nix verstanden. Aber sie sah nicht 100%ig zufrieden aus. Aber ist mir jetzt egal.

Also Happy Diwali nochmal…..in 2 Tagen sind wir in Goa….und da sind die meisten Christen. Da kenne ich mich aus…….

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Verrückte Sammlung frisch aus der Quasseltaschenpresse

Hallo alle miteinander. Hier bin ich wieder. Thailand war TRAUMHAFT!!!!!!!! Blauer Himmel!!!! Frische Luft!!!!! Sauberkeit!!!! Deutsches Essen!!!!

(Ich habe auch mal Thai gegessen, aber um ehrlich zu sein, habe ich mich doch mehr über die Kohlroulade mit Kartoffelbrei gefreut 😉 )

 Was haben wir in Thailand gemacht?

–  wir waren gut essen

– wir lagen am Strand

– wir waren in einem Tigerpark und ich hatte ein Tigerbaby auf meinem Arm!!!!

– wir waren in einer Unterwasserwelt

– wir haben uns fast jeden Tag massieren lassen (sooooo billig in Thailand und soooo gut)

– wir waren in einem großen Tesco und waren erstaunt über die Lebensmittelauswahl.

– wir ärgerten uns darüber, dass es solche Supermärkte in Indien nicht gibt.

– haben viele Lebensmittel (hauptsächlich Aufschnitt und Süßigkeiten) für Indien gekauft.

-ich habe 5 Tafeln Rittersport Schokolade im Hotelkühlschrank liegen lassen und es erst in Indien gemerkt!!!!!!!! AAAAAAAHHHHH!!!!!!

– eine Maus war in unserem Hotelzimmer und hat nachts unser Schwarzbrot angeknabbert.

Fotos folgen noch……in einem separaten Artikel.

Was gibt es noch?

Als mein Mann Indern von einer tollen österreichischen Marmelade erzählte, die 80% Frucht hat, meinten die Inder, daß man so etwas in Indien nicht verkaufen könnte, da die Leute hier maximal 20% Fruchtanteil in Marmeladen gewohnt sind……….

In Bihar, eines der ärmsten Staaten Indiens, wird nun ein Tempel mit 300 Kg Gold ausgelegt. Gespendet von thailändischen Mönchen.

In den Zeitungen sind Haustiere in Indien immer wieder ein großes Thema. Viele Inder wollen keine Hundebesitzer in ihrer Nachbarschaft, da diese Tiere schmutzig seien, überall hinkacken würden, Leute anfallen würden usw. Hundebesitzer regen sich auf, daß sie mit ihren Hunden fast in keinen Park dürfen, sie dürfen mit dem Hund keinen Aufzug benutzen, auch wenn sie im 10. Stock wohnen usw. Wie beknackt ist das denn??? Hier in Indien laufen überall Straßenhunde herum, die teilweise in einem schlimmen Zustand sind und manche von denen sind auch aggressiv….NIEMAND KÜMMERT ES. Hier laufen mitten in der Stadt Kühe auf der Straße. Sie verursachen Unfälle, Staus und scheißen alles voll…….NIEMAND KÜMMERT DAS. In manchen indischen Städten stehen immer wieder Elefanten auf der Straße. NIEMAND KÜMMERT DAS. Ganze Affenhorden greifen Menschen in Parks, Bahnhöfen und Tempeln an. NIEMAND KÜMMERT DAS. Ratten und Mäuse sind überall zu sehen. NIEMAND KÜMMERT DAS. Warum? Kuh ist heilig, Affe gehört zum Affengott Hanuman, Ratten und Mäuse sind die Reittiere von dem Elefantengott Ganesha und Elefanten haben den Kopf von Ganesha. Und die Straßenhunde interessieren einfach keinen. Aber einem Mops erlaube ich nicht den Aufzug zu benutzen oder einen Park zu betreten. Ja, macht voll Sinn.

Heute stand in der Zeitung, daß seit 2004 52 Elefanten in Indien von Zügen getötet wurden. Alleine dieses Jahr 18. Nun will man dafür sorgen, daß die Zugführer in bestimmten Gegenden langsamer fahren und manche Tierschützer fordern, daß der Zug (es ist immer der selbe Zug, der diese Strecke befährt und die Elefanten auf dem Gewissen hat) sein Maskottchen ändert. Das Maskottchen ist Bhalou, der Elefant.

Gestern kritisierte meine Köchin meine Kleidung. Ich hatte keine indische Kleidung an, sondern einfach nur eine weite Hose und ein T-Shirt. Sie schaute angeekelt auf meine Klamotten, schüttelte mit dem Kopf, ging zu meinem Kleiderschrank und machte mir klar, daß ein indisches Outfit angebracht wäre. Jetzt im Moment trage ich wieder indisch. Man sollte nicht seine Köchin verärgern.

Strom ist wahnsinnig teuer wo wir wohnen. Wir zahlen locker 10.000 Rs im Monat (120 Euro).Das klingt nicht viel, aber wenn man sich überlegt, daß sogar Lehrer an Privatschulen nur 7000 Rs im Monat verdienen, ist das verdammt viel. Lustiger ist ja noch, daß das Personal, daß in der Nähe der großen Wohnkomplexe in ihren einfachen Bahausungen wohnen Strom bekommen, weil sie jemanden heimlich 100 Rs (1,20 Euro) im Monat geben und dieser Strombeschaffer schließt diese armen Menschen heimlich an das Stromnetz an. Wir wollen das auch.

Zum Schluß noch ein Zeitungsartikel, den ich in Thailand gelesen habe:

 

Frau vermittelt Minderjährige

Im Stadtteil Bang Khunthian wurde eine Frau verhaftet, der vorgeworfen wird, minderjährige Mädchen für sexuelle Dienste vermittelt zu haben.

Nach dem Hinweis eines Informanten beobachteten die Beamten die 31-jährige, wie sie drei Jugendliche im Alter von 14-16 Jahre zu Kunden in ein Restaurant im Bezirk Samae Dam brachte. Die Frau sagte aus, dass sie die drei Mädchen adoptiert habe, nachdem sie von zu Hause weggelaufen seien. Für die Vermittlung der Kinderprostitution verlangte sie 1500 Baht, wovon sie selbst 500 Baht behielt. Sie erwartet eine Strafe wegen Menschenhandels und Anstiftung Minderjähriger zur Prostitution.

Die übergewichtige Frau begründete die Tatvorwürfe damit, dass sie „für einen normalen Job zu fett sei“.

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Ein Raum, ein Tempel

So, Ihr Lieben. Hier bin ich wieder.

Wir waren ja bei indischen Freunden zum Essen eingeladen. Um 20 Uhr sollte uns ein Fahrer abholen. Um kurz nach acht standen wir vor unserem Gate und warteten. Nach einigen Minuten kam ein Mann mit Auto zum Gate gefahren und schaute uns fragend an, fuhr dann aber weiter in die Anlage. Ich hatte im Gefühl, daß das der Driver war. Aber wir dachten, daß er uns schon erkannt hätte…..sind wir doch die einzigen Weißen hier. Nach einigen Minuten kam er wieder und der Gate Mann erklärte uns, daß das unser Fahrer sei…..also doch 😉

Nach 20 Minuten Fahrt erreichten wir unsere Gastgeber.

Papa, Mama, Tochter und Sohn (11 Jahre). Das Mädchen (13 Jahre) war besonders nett und freute sich mit mir englisch reden zu können. Ihr englisch war sehr gut.

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Wir begrüßten uns alle und dann wurden wir ins Wohnzimmer geführt. Dort wurden Getränke und Nüsse gereicht. Die Männer saßen auf einer Seite und die Frauen auf der anderen. Die Dame des Hauses setzte sich sofort zu mir auf die Couch. Aber nicht einfach so, sondern so dicht, daß ich an die Armlehne gedrückt wurde. Neben ihr war noch total viel Platz….aber egal…Körperkontakt in Indien ist ein Muß.

Dann wurde geredet und geknabbert. So ist das in Indien. Also bloß nicht super hungrig zu einer Essenseinladung kommen. Wenn Du um 20 Uhr eingeladen bist, dann erwarte kein Abendessen vor 22 Uhr. Da ich das schon kannte, war ich auch nicht überrascht. Als wir so sprachen, wollte uns der Familienvater seinen ganzen Stolz zeigen. Den Haustempel. Das ist in indischen Häusern normal. Fast jede Familie hat einen kleinen Schrein. Aber sein Tempel nahm einen ganzen Raum ein. Er trat mit uns in ein großes Zimmer und zeigte seine Götter, die er anbetet. Alles war schön geschmückt und neben dem Tempel lag eine kleine Matraze. Er erklärte uns, daß dieser Raum nur zum Beten und Meditieren benutzt werden darf. Nicht zum Lesen, Schlafen, usw.

Wir waren beeindruckt. Ein ganzer Raum nur fürs Beten. Diese Inder sind nicht arm. Das ist Luxus.

Als wir ins Wohnzimmer zurückkehrten, schaute ich mich etwas genauer um. Es gab eine Küche, ein Gäste WC, den Gebetsraum und ein Schlafzimmer (die Tür stand offen und ich konnte das Bett sehen). Ich dachte dann, daß irgendwo ja noch das Kinderzimmer sein müsste….vielleicht geht noch ein Zimmer vom Schlafzimmer ab……

Um kurz nach 22 Uhr wurde das Essen im Wohnzimmer serviert. Es gab Reis, Roti, Gemüse, gekochten Käse, Lamm, Salat, usw. Es war köstlich. Ich habe sogar das Lamm gemocht und normalerweise esse ich so etwas nicht. Zum Nachtisch gab es Vanilleeis. Die Familie hat wirklich aufgetischt.

Da vieles mit den Fingern gegessen wurde, wollte ich mir nach dem Essen die Hände waschen. Da das Gäste WC besetzt war, führte mich die Tochter ins Schlafzimmer, denn dieses hatte ein Badezimmer. Während ich mir die Hände wusch, blieb die Kleine die ganze Zeit neben mir. Als ich dann aus dem Bad heraustrat, schaute ich ich mich im Schlafzimmer um. Ein Doppeltbett, ein Wandschrank, das wars…kein weiteres Zimmer, kein weiteres Bett. Ich fragte das Mädchen wo sie schlafen würde. Sie zeigte schüchtern auf das Bett. Ich fragte sie dann, ob sie sich das Bett mit ihrem Bruder teilt. Sie bejahte das. Ich stutze kurz und fragte dann, wo denn die Eltern schlafen würden. Sie zeigte wieder auf das Bett.

Ich war geschockt. Die Eltern teilen sich mit 2 Jugendlichen ein Bett und ein ganzes Zimmer wird als Tempel benutzt???!!

Dann fragte ich nochmal: Ihr schlaft alle zusammen in einem Bett?

Sie: Ja.

Und dann schaute sie etwas schüchtern auf den Boden.

Es sah so aus, als wenn ihr das unangenehm war und deshalb wechselte ich schnell das Thema. Ich sah einen großen Hubschrauber im Regal und fragte was das für ein cooles Ding sei. Sie strahlte und erzählte stolz, daß man den Helikopter mit einer Fernbedinung lenken kann.

Kurz nach dem Essen verabschiedet man sich dann. So ist das in Indien.

Also taten wir das auch.

Es war ein sehr schöner Abend und die Familie ist sehr nett. Aber die Sache mit dem Zimmer hat mich die ganze Rückfahrt beschäftigt……

 

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Essen für einen Sadhu

Wir spazierten also abends an dem Ghat entlang, ließen uns mit der Masse treiben und lauschten den Gebetsklängen. Der Vollmond leuchtete auf den Ganges und eine große Shiva Statue schaute auf uns herab. Man hatte das Gefühl in einer ganz anderen Welt zu sein.

Zum Abendessen gingen wir in ein indisches Restaurant. Das deutsch-französische Paar aus dem Bus war mit dabei.

Das Essen war gut, aber mal wieder viel zu scharf für mich.

Am Ende waren wir satt und ließen uns die Reste einpacken. Es war noch sooo viel übrig und daher wollten wir das Essen einem Sadhu geben. Sadhus sind Männer, die dem „normalen“ Leben entsagt haben und sich auf einem spirituellen Pfad befinden….indische Mönche.  Diese Männer erkennt man an ihrer meist orangen Kleidung, Gebetsketten und langen Haaren,  die teilweise wie Turbane aufgewickelt sind. Diese Männer überleben durch Spenden.

Es gibt aber sehr viele Betrüger, die nur so tun, als wären sie Sadhus. In Wirklichkeit sind sie einfache Bettler. Und für einen Laien ist es sehr schwer herauszufinden wer echt ist.

Aber arm sind sie alle und daher war es momentan egal.

Wir gingen also mit dem Essen in einer Tüte zum Ghat und da kam uns auch schon ein alter Sadhu entgegen und bettelte.

Wir reichten ihm die Tüte, er bedankte sich und ging mit dem Essen paar Meter von uns weg.

Wir blieben stehen, weil wir sehen wollten was er jetzt machen würde.

Er blieb an einem Wasserspender stehen, hockte sich hin, öffnete die Tüte, schaute rein, machte sie wieder zu, legte sie auf einen Stein und ging zum Wasserständer.

Er trank paar Mal und dann ging er einfach weg, ohne Tüte und setzte sich ein ganzes Stück weg auf eine Mauer.

Toll, dachten wir. Der nimmt das Essen gar nicht. Dann kann es ihm ja gar nicht so schlecht gehen.

In dem Moment kam ein anderer „Sadhu“ und bettelte. Mein Freund dachte, daß er das Essen lieber dem 2. Sadhu gibt. Also zeigte er dem Sadhu die Tüte mit Essen. Dieser regte sich aber plötzlich auf, da er wohl dachte, daß mein Partner ihm Müll geben wollte, da diese Tüte auf einem Stein lag. Wir versuchten ihm zu erklären, daß das frisches Essen sei, kein Müll. Aber er sprach kein Englisch und fuchtelte nur aufgebracht herum.

Als er wegging kamen Straßenkinder und sie schauten gierig auf die Tüte, also gaben wir ihnen das Essen und sie nahmen es dankbar an. Als wir uns schon entfernten, hörten wir plötzlich Geschrei und drehten uns um. Der erste Sadhu sah nun, daß die Kinder „seine“ Tüte hatten und rannte ihnen schreiend hinterher. In diesem Moment tat es mir leid, daß wir die Tüte weitergereicht hatten, aber wieso hat er sie dann auf den Boden gelegt und ist weggegangen?!

Wir gingen Richtung Hotel und sahen einen Straßenhund (es gibt sehr viele in Indien) neben einer Treppe sitzen. Sein Bein zitterte und als wir genau hinschaute erkannte wir, daß der Fußknöchel gebrochen war. Wir konnten die Knochen und alles sehen, weil sie aus der Haut herausstachen. Es war aber kein Blut zu sehen, also schien es keine frische Verletzung gewesen zu sein. Uns tat der Hund so leid und wir gingen mit einem ganz schlechten Gewissen weiter. Wir hätten gerne geholfen. Aber wie?

Indien kann so hart sein. Wirklich.

Am nächsten Morgen wollten mit einer Sessellift zu einem Tempel fahren. Als wir beim Ticketschalter ankamen war dort schon eine riesige Schlange. Wir haben ewig gewartet. Eine alte Inderin drängelte sich dann einfach vor und die Inder in der Schlange wurden sauer. Ein Aufpasser schrie die Frau an und zog sogar an ihrem Arm. Sie war super stur, aber letztendlich gab sie nach. Beim Ticketkauf gab es anstatt Wechselgeld Bonbons. Das ist üblich und die Bonschis waren lecker 😉

Dann noch eine kleine Frühstückspause mit Chai Masala und frittierten Gemüsetaschen (auf dem Foto schon weggefuttert 😉 ) und dann ging es wieder runter. Es musste gepackt werden für Rishikesh.

Fortsetzung folgt…

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Blog-Maskottchen braucht einen Namen

Guten Abend, Ihr Süßen!!

Wie Ihr seht hat sich mein Blog etwas verwandelt. Irgendwie hat die Vorfreude auf Indien und die heutige Temperatur von 35 Grad dafür gesorgt, daß ich in tropische Gefühle kam und etwas Exotik auf den Blog zaubern wollte.

Das große Foto zeigt mich in einem traumhaften Privatpool mitten im Balinesischen Tropenparadies.

Ich hatte dann auch die Idee, daß ein Glücksbringer….ein sogenanntes Blogmaskottchen…. schön wäre. Ich fragte Lakshmi, ob sie mein Maskottchen sein möchte, aber der Elefant musste ablehnen. Lakshmi hat als Tempelelefant rüsselvoll zu tun und kann sich daher nicht aktiv um meinen Blog kümmern. (Das Foto der Segnung  darf aber weiterhin gezeigt werden.)

Schade, aber ich habe für die heilige Tempelarbeit 100%ig Verständnis.

Dann fiel mir der Hasengott ein, den ich damals auf Bali entdeckt habe.

Durch geistige Gedankenübertragung, erreicht durch intensive Mediation,  fragte ich ihn, ob er als Maskottchen frei wäre.

Seine Antwort kam schnell und war positiv  😀

Nun brauche ich nur noch einen schönen Namen, der einem göttlichen Kaninchen würdig ist.

Habt Ihr Ideen?

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Wieder in Varanasi

Endlich war es soweit….vor knapp 6 Monaten war ich schonmal in dieser spirituellen Stadt und ich habe mir die ganze Zeit gewünscht sie wieder besuchen zu können.
Der Flug von Delhi war Dank des gutgestellten Blutzuckerspiegels ein Klacks. Es dauerte ca. eine Stunde und ich war voller Vorfreude. Das einzige was etwas störte war die Rotzparade der Inder im Flugzeug…..Die Inder benutzen in der Regel keine Taschentücher, sondern sie ziehen lautstark den Rotz soweit hoch, daß das Gehirn schon Sichtkontakt haben müsste….also…wenn….ähm… das Gehirn Augen hätte…..
Auch die Inderinnen sind stark vertreten in dieser Rotzvorführung…..im Flugzeug waren alle Sitze um mich herum von diesen Rotzern belegt…..wollte schon ein Taschentuch-Schußgewehr basteln, damit ich ihn Tempos an den Kopf schießen kann.
In Varanasi ging es dann ins Taxi. Eine Stunde Fahrt zu unserem Lieblingsguesthouse.
Ich genoß das Straßentreiben, überall waren Lichter angebracht (er war schon dunkel), religiöse Musik kam aus allen Ecken. Rikschas, Tuktuks, Kühe, Hunde, Schweine, Bettler, Händler usw…..es war alles zu finden. Touristen gab es natürlich auch. Ganze Rikschakolonnen zogen an unserem Auto vorbei. Anscheind Reisegruppen. In jeder Rikscha saßen zwei Personen und waren wie wild am fotografieren….also naja, eigentlich fotografierten meistens nur die Männer im Hawaiihemd. Die Frauen saßen daneben und klammerte sich an der Rikscha fest und schauten mit großen Augen in die Gegend. Auch große asiatische Gruppen in Rikschas waren zu sehen.
Als wir austiegen und mussten wir mit unserem Gepäck noch ein ganzes Stück zu Fuß gehen. Das wichtigste war nun sich nicht in diesem Gewimmel zu verlieren und nicht niedergerannt (Menschen), umgefahren (alles was fährt), oder gerammt zu werden (machen Wasserbüffel sehr gerne). Aber das war für uns Indienkenner kein Problem. Ich hatte meinen großen Reiserucksack auf dem Rücken, schob mich an Kühen und Menschen vorbei, sprang weg, wenn ein Tuktuk mich umfahren wollte….und fühlte mich wie eine Abenteuerin. Als wir dann durch die Gassen Richtung Ganges gingen, vorbei an Tempeln, kleinen Geschäften und Sadhus (indische Mönche) fühlte ich mich einfach wohl und war sehr glücklich dort zu sein.
Varanasi hatte mich wieder.

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Hanuman-Tempel….verdammt hoch…

Am 2. Tag unser Hampi-Tour sollte es auf die andere Flußseite gehen zu dem Hanuman-Tempel. Ein weißer Punkt gaaaaaanz weit oben auf einem Berg…..aber der Reiseführer sagte, daß das kein Problem sei..nur 520 Stufen, oder so. Na dann… Am morgen war aber schon klar, daß ich mit meinem Partner alleine gehen muß, da unser australischer Freund krank war. Ihm war schlecht und er übergab sich ständig. Das ist normal in Indien….so etwas erwischt hier jeden mal…hatte mich eh schon gewundert , daß unser Freund solange gesund geblieben ist….er ist schließlich schon ein Monat hier. Naja, wir boten an, die ganze Sache zu lassen und nach Hause zu fahren, aber der Kranke wollte das nicht. Wir sollten zum Tempel gehen, während er sich in einem Hippi-Café ausruhen würde. Wir fanden ein gemütliches „Restaurant“ mit Liegewiesen und dort platzierten wir ihn dann. Eingelullt von der Hippi-Musik schlummerte unser Freund dann auch schon auf seiner Liege ein. Mein Freund und ich setzten uns in ein TukTuk (indisches Taxi) und ließen uns Richtung Tempel fahren. Der Weg war super schlecht. Die Schlaglöcher ließen uns im Sekundentakt an die Decke fliegen. Die Landschaft war aber sehr schön. Überall Palmenhaine, Reisfelder, Ziegenherden usw. Dann war es soweit..der Aufstieg. Der Fahrer ließ uns am Fuß der Stufen raus , wir kauften noch paar Bananen für die Affen, die überall herumspringen und dann ging es los. Nach einigen Stufen war mit schon total heiß (es war sehr warm, Mittagssonne und Co), mein Kopf war ganz rot, die Klamotten klebten an meinem Körper und ich keuchte wie eine Dampflok….ich war bestimmt super sexy unterwegs… Als ich gedanklich diesen blöden Tempel verfluchte und ständig fragte, warum dieser besc**** Tempel so weit oben sein muß, mein Freund klugscheißerisch erklärte, daß man mit dem Tempel den Göttern nah sein wollte, merkte ich, daß überall Affen in den Bäumen saßen. Sie beobachteten uns. Vor den kleinen grauen Äffchen hatte ich aber keine Angst. Respekt hatte ich vor den großen Hanuman-Affen, die locker 23 Kilo bekommen können und auch leicht aggressiv angehaucht sind. Als ich so schnaufend die xte Stufe gegangen bin, sehe ich vor mir ein riesigen Hanuman-Affen. Er war nur 2 Meter weg von mir und fixierte mich. Ich mußte aber an ihm vorbei…sprich ihm sehr, sehr nahe kommen….30 cm Abstand….ich blieb stehen und wusste nicht was ich machen sollte. Banane wollte ich nicht geben, weil dann wären 100derte gekommen und hätten unseren Rucksack auseinander genommen. Mein Freund meinte dann, daß man nur selbstsicher auftreten muß….einfach Kopf hoch…zeigen wer der Boss ist..und an dem Affen entspannt vorbei gehen. Ich dachte: Super Idee!! Also marschierte ich los….mutig…unerschrocken…Mensch steht über Affe…wäre ja gelacht… Aber dann bäumte sich der Affe auf, öffnete sein Maul und zeigte mir seine riesigen, scharfen Zähne. Ich sofort zurückgesprungen. Toller Einfall!! In diesem Moment kam ein Inder mit einem riesigen Sack auf dem Kopf die Treppe hoch. Der Affe hatte anscheind Angst davor, denn er sprang sofort weg. Ich so: Wir müssen diesem Mann folgen. Dann passiert uns nichts. …naja, leichter gesagt als getan…der Typ war trotz des 30 Kilo Sackes auf der Birne schneller als wir…wir schafften es nicht mitzuhalten…. Peinlich, peinlich Mein Freund und ich legten dann öfters mal Pausen ein und genoßen die Aussicht…wirklich…also nicht das wir uns ausruhen mussten, oder so…pfff, lächerlich.. Irgendwann kamen wir dann oben an. JAAAAAAAAA. So muß sich Messner auf der Spitze des Mount Everest gefühlt haben…. Der Tempel selbst war nicht der Knaller, aber die Aussicht war sehr schön. Als wir wieder abstiegen, kamen uns dann die ganzen alten Inder entgegen…sahen aus wie 120 und hüpften hoch wie jungen Gazellen. Wie machen die das?? Naja, auf jeden Fall ist Hanuman nicht mein Lieblingsgott. Ich bleibe bei Ganesha….der Elefantengott. Fühle mich irgendwie mit ihm mehr verbunden…..und NEIN, nicht wegen der Trägheit und Fülle usw….sondern rein mental…. Die Bananen haben wir dann zum Schluß den Affen zugeworfen…….mit sicherem Abstand…