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Überall Flüchtlinge

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Die Zeit in Ungarn war wirklich schön. Wir hatten traumhaftes Wetter, hatten jeden Tag Tennisunterricht mit einem tollen Lehrer, sind im Fluß geschwommen, haben ungarische Köstlichkeiten genossen usw.

Am Mittwoch sind wir dann am frühen Morgen mit einem Minizug (ein Wagon) aufgebrochen. Mein Schatz, zwei Gastkinder, Stieftochter, Mops Heinrich und ich. Eine lustige Truppe.

Nach einer kurzen Fahrt mussten wir umsteigen, um den Zug nach Budapest zu erreichen. Der Zug war voll und wir fanden mit Ach und Krach noch ein Abteil. Nach einer Weile kam der Schaffner. Er versuchte uns dann in ungarisch zu erklären, daß wir in diesem Abteil nicht sein dürfen, da das die erste Klasse sei. Überall stand aber eine 2. Wir verstanden nicht was er meinte und mein Mann hat so lange auf ihn eingeredet, bis er uns hat sitzen lassen. Es konnte aber noch ein Problem mit dem Mops geben. Also sagte meine bessere Hälfte seiner Tochter, daß sie den Mops gut verstecken soll. Das tat sie aber nicht und zack war der Schaffner wieder da und entdeckte die Wurst Heinrich. Resultat: Die Stieftochter musste neben dem Klo auf dem Boden sitzen…..neben ihr der Mops.

In Budapest angekommen versuchte mein Mann Tickets nach Wien zu bekommen. In unserem Ort verkaufen sie nämlich keine internationalen Tickets. Wir hatten daher nur Fahrkarten bis zur Ungarischen Grenze.

Der Bahnhof war wie immer überfüllt mit Zigeunern und mein Mann mußte eine Nummer ziehen um ranzukommen. Er hatte Nummer 444 und dran war 320. Super. Dann kam die Durchsage, daß keine Züge nach Wien gehen würden. Die Grenze sei zu wegen den Flüchtlingen. Na toll!!! Da saßen wir nun. Zwei Erwachsene, ein Teenager, zwei Kinder, ein Mops und viel Gepäck….gestrandet in Budapest.

Mein Mann kam dann auf die Idee in die Raaber-Bahn zu steigen die nach Györ fährt….also noch näher an die Grenze. Und dort würden wir dann weitersehen.

Also sind wir rein und zum Glück war der Zug nicht voll und wir fanden super Plätze.

Später setzten sich zwei Typen in unser Abteil. Der eine sprach kein Deutsch und schaute immer wieder nervös aus dem Fenster. Der andere sprach Deutsch und sagte, daß er aus dem Kosovo ist. Er fragte was los sei. Warum die Züge nicht nach Wien fahren würden. Mein Mann sagte ihm, daß die Flüchtlinge schuld sind. Danach fragte er immer wieder wie nah die Grenze nach Wien sei, wie teuer ein Taxi nach Österreich sei usw…….war schon auffällig.

In Györ angekommen, dachte ich, ich sei in Indien. Der Bahnhof war voll mit dunkelhäutigen Menschen, die auf den Zug nach München warteten. Eine Filmcrew war auch da. Sie interviewten die Flüchtlinge.

Die Züge fuhren auch wieder. Der Zugverkehr war nur eine gewisse Zeit gesperrt, weil 200 Flüchtlinge auf den Schienen spazierten.

Als der Zug nach München kam, stiegen wir ein und hofften auf Sitzplätze…..tja….das konnten wir vergessen. Der Zug war voll mit Flüchtlingen. Ich sah nur dunkle Gesichter. Auf den Sitzen, auf dem Boden. Wir standen dann eingequetscht neben dem Klo und unterhielten uns nett mit einem Australier und einem Holländer.

Als wir die Grenze nach Österreich erreichten dachten wir, daß doch jetzt mal Kontrollen gemacht werden müssten. Aber nichts. Keine Schaffner, kein gar nichts. Unfassbar!!!

Aber es hatte auch etwas gutes: Wir hatten ja immer noch kein Ticket nach Wien. Und dadurch, daß uns niemand kontrollierte, hat uns die gesamte Fahrt von Ungarn nach Wien für 5 Personen und Mops 25 Euro gekostet. Da kann man nicht meckern 🙂

Eure Quasseltasche

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Goldtempel + Diwali Druck

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Wir waren für zwei Tage in Amritsar. Amritsar liegt in Punjab und ist die heiligste Stadt der Sikhs (das sind die Inder mit dem Turban). Dort befindet sich der Goldene Tempel. Dieser ist für die Sikhs so wichtig wie der Petersdom für die Katholiken. Den Tempel haben wir natürlich besucht. Es war auch extrem viel los, da der 544. Geburtstag vom Guru Nanak war. Wir dachten, wir würden viele weiße Touristen antreffen, aber das war nicht der Fall. Wir haben nur ein ungarisches Paar getroffen. Das wars. Und alle Inder flippten aus vor Freude, als sie sahen, daß ich Punjab Kleidung trug 🙂

Was haben wir alles erlebt?

1. Wir wollten mit einem Schnellzug von Delhi nach Amritsar. Die Fahrt sollte 6 Stunden dauern. Daraus wurden aber über 8 Stunden, da vor uns ein Güterzug entgleist war.

2. Es gab während der Zugfahrt einiges zu essen. Das gehörte mit zum Service. Es bekam sogar jeder Passagier seine eigene Teekanne. Goldig!!

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3. Wir fragten einen netten Inder was der Unterschied zwischen Roti und Chapati sei. Er erklärte uns, daß beide Fladenbrote gleich seien. Roti sei nur das Hindi Wort und Chapati sei das englische………Wir so: Chapati klingt gar nicht englisch. Er: Doch, doch. Das ist englisch.

(Später hat mich unser netter Nachbar Prof. Kapoor aufgeklärt. Chapati ist Hindi und Roti ist Urdu.)

Das macht auch mehr Sinn 😉

4. Im Goldenen Tempel gibt es eine riesige Küche. Dort bekommen bis zu 70.000 Menschen jeden Tag eine kostenlose Mahlzeit. Ein Sikh hat uns herumgeführt. UNGLAUBLICH!!!!! Alleine die Menschenmassen, die da durchgeschleust werden. Die Tellerberge, die da herum jongliert werden. Das kann man sich nicht vorstellen. Möglich ist das alles durch Spenden. Die Sikhs spenden immer 10% ihres Einkommens für die Allgemeinheit.

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5. Am Nachmittag sind wir dann zur Indisch-Pakistanischen Grenze gefahren. An einer bestimmten Stelle findet jeden Tag ein Zeremonie statt. 1 km vor der Grenze musste unser Fahrer parken und dann musste man gehen. Was ich dann erlebte war für mich unfassbar. Überall war Partystimmung. Ganze Busladungen von Indern wurden abgeladen. Die Leute waren mit Fahnen, Hüten usw. bewaffnet. Sie wedelten mit ihren indischen Fahnen, rannten herum, lachten und tanzten. Mit dieser riesigen Horde gingen wir dann zur Grenze. Ich fühlte mich wie in einem Fanblock Richtung Fußballstadion. An der Grenze dann, setzten sich die Menschen auf die Tribünen. ES WAR SOOOO VOLL!!!!!. Und dann kam plötzlich Musik. Bollywood Songs wurden laut gespielt und die Menschen fingen an vor der Grenze herumzutanzen. Auch einige Ami Frauen tanzten mit.

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Ich fand das alles etwas befremdlich. Da nur 10 Meter weiter die Pakistaner saßen (die im ganzen etwas ruhiger waren) und man weiß, daß Indien und Pakistan verfeindet sind. Wie man dann so herum hopsen und das alles so feiern kann, war mir ein Rätsel. Und das sich die Amis nicht auskennen war eh klar.

Nach der Musik nahmen alle Platz und dann fingen die Soldaten an herumzumarschieren. Das gleiche passierte auf der anderen Seite der Grenze. Irgendwann wurde die Grenze aufgemacht, es wurde weiter marschiert, ein indischer Soldat ist versehentlich ausgerutscht und landete auf dem Po. Er wurde ausgelacht und zwischendurch schrien alle laut: HINDUSTAN!!!!! Was Indien bedeutet. Nach Sonnenuntergang war der ganze Kram erledigt und wir gingen zum Auto zurück……alles etwas schräg.

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6. Abends waren wir nochmal beim Goldenen Tempel. Alles war schön beleuchtet. Einen Sikh fragten wir, was er davon hält, daß die Inder glauben, daß es wirklich Affengötter, Elefantengötter usw. gegeben hat. (Sikhs selbst glauben ja nur an einen Gott). Der Sikh ganz ernst: Das weiß ich nicht. Die Götter haben vor meiner Zeit gelebt. Da war ich noch nicht auf der Welt………..ach nee….

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7. Spät abends setzen wir uns noch mit zwei Herren zusammen, die wir am Vortag kennengelernt hatten. Vater und Sohn leben in Braunschweig, machten aber gerade eine Indien-Tour. Der Vater ist selber Inder, lebt aber seit 50 Jahren in Deutschland. Mein Mann und ich erzählten von dem Grenzzirkus und von den Milliarden Euro die jedes Jahr von der indischen Regierung für Waffen ausgegeben werden. Und zum Mars wir auch geflogen. Aber die Menschen im Land sind arm, viele Kinder gehen nicht zu Schule, Dreck und Müll an jeder Ecke, verschmutzte Flüsse, 60% der Menschen haben keinen Zugang zu Toiletten usw. So viele Probleme, und das Geld wird nur für so einen Blödsinn ausgegeben. Sagt der Sohn (38): Also ich finde das Indien ein Recht hat Atomtests durchzuführen. Frankreich hat es ja auch gemacht. Frankreich hat im Südpazifik alles verstrahlt und die neuseeländischen Fischer können deswegen keinen Fisch mehr fangen. Die Inder dürfen auch durch Atomtests alles verstrahlen. Gleiches Recht für alle…………………….

?????????????????????

Was für ein beknacktes Argument ist das denn???!!!

8. Am nächsten Tag fuhren wir mit dem Zug wieder nach Delhi. Vor der Fahrt bekam jeder Passagier eine 1 Liter Wasserflasche. 2 Minuten bevor der Zug seine Endstation erreichte, kam folgende Durchsage: Attention, Attention!! Please take your waterbottle with you or destroy it.

9. Gestern kam unser netter Nachbar und befahl mir höflich mit ihm mitzukommen. Denn er wollte mit mir Süßigkeiten einkaufen gehen. Ich: Wieso?

Er: Eure Köchin und eure Putzfrau haben sich beschwert, daß sie nichts zu Diwali bekommen haben. Sie haben mir gesagt was sie gerne essen und das werden wir jetzt kaufen.

Ich:?????

Aber das Wort von Kapoor ist Gesetz, als schnappte ich mein Geld und folgte ihm. Als wir mit seinem Auto herum fuhren, erklärte ich ihm höflich, daß wir die Diwali Regeln noch nicht wirklich kennen und das wir niemanden verletzen wollten, ABER das ich so leicht das Gefühl habe, daß hier Schenken keine Option ist, sondern ein Muss.

(Fühlte mich etwas unter Druck gesetzt).

Herr Kapoor erklärte mir dann, daß man Diwali Süßes und Geld schenken muß!!!! MUß, muß, muß. Alles andere geht gar nicht!!!!

Ok.

Nachdem Herr Kapoor im Geschäft die indischen Köstlichkeiten bestellte und ich brav zahlte, sah ich beim Hinausgehen 2 große Ratten und eine Baby-Ratte durch den Laden huschen…….

Als ich meiner Köchin später das Geschenk überreichte, strahlte sie wie ein kleines Kind und umarmte mich.

Die Putzfrau nahm ihr Geschenk an und sagte ganz viel auf Hindi. Ich nix verstanden. Aber sie sah nicht 100%ig zufrieden aus. Aber ist mir jetzt egal.

Also Happy Diwali nochmal…..in 2 Tagen sind wir in Goa….und da sind die meisten Christen. Da kenne ich mich aus…….

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Ich strahle eine starke Energie aus. Lasst mich Euer Brückenführer sein.

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Wir waren für einige Tage in Rishikesh. Die Yogahauptstadt Indiens. Ich war schon letztes Jahr dort und habe auch viel über meinen Aufenthalt berichtet. Für die neuen Leser:

Risikesh ist eine sehr spirituelle Stadt mit vielen Ashrams, Gurus, Tempeln usw. Die Stadt liegt auf knapp 400 Metern vor dem Himalayagebirge direkt neben dem heiligen Fluß Ganges. Über den Fluß führen zwei große Hängebrücken.

Abends gingen mein Schatz und ich über eine dieser Brücken. Wir wollten zurück zum Hotel. Aus dem Augenwinkel sah ich eine etwas 50 Jahre alte Frau hinter uns. Als wir die Brücke überquert hatten, kam die Frau auf mich zu und fragte mich auf Englisch (sie war Amerikanerin) aus welchem Land wir kämen. Wir sagten ihr Deutschland. Und dann fragte sie uns ob wir Christen sein. Wir meinten dann kurz ja, aber wir wären jetzt keine regelmässigen Kirchengänger.

Als wir dann fragte warum sie das wissen möchte, sagte sie ganz ernst:

„Ich lebe jetzt schon seit vielen Monaten in Indien. Ich habe schon viele spirituelle Erfahrungen gemacht. Ich habe schon sehr oft Shiva und Jesus bei mir gespürt. Sie waren schon oft bei mir und sie sprechen auch mit mir. Ich habe aber starke Höhenangst und jedes Mal wenn ich über die Brücke gehe, bekomme ich Panik. Aber als ich diesmal die Brücke betrat, spürt ich plötzlich eine starke Jesus-Kraft. Und die kam von einem von Euch!!!! Danke für die Hilfe. Durch diese starke Energie hatte ich die Kraft die Brücke zu überqueren.“

Mein Mann und ich schauten uns verwirrt an und dann fragte mein Schatz: „Aber wer von uns beiden strahlt diese Energie aus? Meine Frau oder ich?“

Sie: „Also jetzt so beim Reden denke ich, daß sie die Energie aussenden.“ Und zeigte auf meine bessere Hälfte.

Sie erzählte uns dann noch mehr von ihren Erfahrungen. Sie fing dann auch an zu erklären, daß sie sich versteckt, weil US Geheimdienste sie beobachten. Sie fragte uns dann auch wer oder was Hanuman sei und sie hatte auch noch nie von Diwali gehört.

(Und die Dame lebte schon seit Monaten in Indien???)

Sie hörte gar nicht auf zu reden und wir wollten uns langsam auf den Weg machen. Denn man musste nicht Freud sein, um zu merken, daß diese Frau eine extrem großen Sprung hatte.

Am Ende gaben wir uns noch die Hand. Und als sie meine Hand berührte, meinte sie:“Wow!!! Jetzt spüre ich die starke Energie bei ihnen!!!!“

Na, da seht ihr, liebe Leser…..Maschi strahlt vor sich hin 😀

 

Am nächsten Tag sind wir mit dem Zug zurück nach Delhi gefahren. Die Fahrt dauerte 6 Stunden. Ich fahre gerne Zug in Indien, da Du eigentlich immer in einem Sleeper fährst und es dort wirklich gemütlich hast.

Bevor der Zug ging, wollten wir noch eine Kleinigkeit in einem Restaurant essen. Als wir auch Getränke bestellen wollten, meinte der Kellner: „No drinks, Sir.“

Wir:“ No drinks?“

Kellner:“ No drinks.“

Wir:“ Aber in einem Restaurant muß es doch auch Getränke zum Essen geben. Warum gibt es hier keine?“

Kellner:“Drinks expired.“

Die Getränke sind abgelaufen???

Neben uns am Tisch saß eine indische Familie. Nach einer Weile drehte sich einer von ihnen zu uns und fragte, was für eine Sprache wir sprechen würden.

Wir: Deutsch.

Er: Ach so. Ich dachte spanisch.

Mein Mann erklärte dann, dass diese Sprache ganz anders klingt und sagte paar Sätze auf spanisch, um es ihnen zu beweisen.

Die Inder meinten dann: Die Sprache nervt.

Wir: Deutsch?

Sie geschockt: Nein, nein. Spanisch. Deutsch ist gut. Deutsch klingt so stark.

 

Kurz bevor wir an unserem Bahnhof ankamen (es war 21 Uhr), öffnete ein Mann vom Zugpersonal beim Einlaufen des Zuges schon mal die Tür. Nach paar Sekunden schloß er sie wieder. Mein Schatz fragte wieso. Der Inder ganz ruhig: „Man hat eben Steine nach uns geworfen.“

Jaaaaa, willkommen in Ghaziabad 😉

Wenn Du in Ghaziabad ankommst, hast Du das Gefühl in der Hölle zu sein. Oder in einem Nachkriegsszenario. Also wenn ein Hollywoodfilm über die Zeit NACH einer Nuklearkatastrophe produziert werden soll, bitte liebe Produzenten, baut keine teuren Kulissen. Kommt mit euren Schauspielern einfach nach Ghaziabad. Jeder Zuschauer wird überzeugt sein, daß die Erde nach einem Atomkrieg genau so aussehen wird.

Samstag fliegen wir für eine Woche nach Thailand. Endlich saubere Luft, guter Service, Hygiene und köstliches Essen. Ja, ja……wenn man in Indien lebt, dann wird man bescheiden. Da freut man sich schon über Sauerstoff, Sauberkeit und über Essen, daß kein indisches Curry beinhaltet.

 

 

 

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Putzen und Hupen…..nur auf eigene Gefahr!!!

Heute las ich wie jeden Morgen indische Zeitungen und stolperte über diese Geschichte.

In Margao, daß ist die größte Stadt im Süden Goas (von uns 10 Minuten mit dem Moped entfernt), ist auf dem Fischmarkt Mittwochabend laut Augenzeugen folgendes passiert:

Ein Deutscher wollte mit seinem am Fischmarkt geparkten Moped wegfahren. Dieser war aber von einem Laster blockiert. Der Fahrer des Lasters lieferte gerade Fisch aus. Den Schlüssel ließ er im Zündschloß.

Der Deutsche schaffte es anscheinend nicht mit dem Moped an dem Fischlaster vorbeizufahren und wurde daraufhin sehr wütend.

Das der Fischmann weit und breit nicht zu sehen war, stieg der ungeduldige Landsmann in die Fahrerkabine des Lasters ein.

Laut Aussage des Deutschen wollte er nur die Hupe des Fahrzeugs benutzen, um den Fischlieferanten auf sich aufmerksam zu machen.

Der Deutsche startet aber nicht nur den Laster, sondern dieser setzte sich auch in Bewegung.

Resultat: Der Fischlaster demolierte 11 Mopeds, die neben dem Fahrzeug parkten und ein Auto.

Und wie es in Indien so ist, versammelte sich sehr schnell ein wütender Mob. Und dieser Mob  zog den deutschen Unschuldshuper aus dem Fahrzeug.

Dann erfolgte eine indische Lektion. Nie, nie, die Hupe eines Inders betätigen und schon gar nicht ungefragt eine Spritztour mit einem Fischlaster unternehmen.

Um sicher zu gehen, daß diese Botschaft auch wirklich beim Deutschen angekommen ist, habe die Goaner ihm diese Information regelrecht rein geprügelt.

Das nenne ich mal Kulturschock 2000 🙂

Als die Polizei eintraf, zerstreute sich die Menschenmenge und der Deutsche wurde ins Krankenhaus gebracht.

Der Möchtegern-Fischlasterfahrer war aber nicht schlimm verletzt.

Der Fall ist damit abgeschlossen.

Es gibt keine Polizeianzeige, da sich die betroffenen Parteien geeinigt haben.

Es lebe die Indisch-Deutsche Freundschaft!!! 🙂

Diese Geschichte ist so super wie die aus Schweden letzte Woche:

Eine Putzfrau reinigte die Fahrerkabine eines Zuges und dabei drehte sie versehentlich den Schlüssel zum Starten des Zuges herum.

Der Zug fuhr daraufhin los und donnerte in einen Bahnhof, direkt in ein Gebäude.

Die Polizei dachte zuerst, daß die Putzfrau den Zug mit Absicht entführt hatte.

In Wirklichkeit wollte sie nur Staubwischen. Die Schwedin stand nach diesem Vorfall unter Schock.

 

Hmm, ich sehe gerade, daß ich mal wieder putzen müsste…..und irgendwie habe ich jetzt Lust auf Fisch.

 

 

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Gebetsrollen sind zum Drehen da

So, die Reise ging also mit dem Bus nach Dharmsala. Der Ort wo die Exilregierung Tibets seinen Sitz hat.

Die Busfahrten waren der Wahnsinn. Wir sind mit einfachen öffentlichen Bussen gefahren. Wir waren die einzigen Weißen und die Busse waren immer voll.

Gepäck wird auf das Dach geschnallt. Wir haben aber unsere Koffer auf die Rückbank verfrachtet, da wir niemanden fanden, der unsere Koffer aufs Dach getragen hätte. Anscheind musst Du das alleine machen. Auch das Befestigen der Gepäckstücke überlassen sie Dir. Also kam es für uns nicht in Frage und die Inder hatten mit uns Ausländern Nachsicht.

Es gibt einen Fahrer und einen Ticketverkäufer. Der Bus fährt im Affenzahn auf den kurvigen Bergstraßen. Wenn der Bus halten soll pfeifft der Ticketverkäufer in seine Trillerpfeife. Dann steigen Leute aus und ein. Alles geht ziemlich schnell. Und bevor alle sitzen pfeifft der Ticketverkäufer nochmals und der Bus rast los. Wir haben schon viele Menschen durch den Bus fliegen sehen. Dann kommt der Ticketverkäufer zu den neuen Passagieren und kassiert ab.

Irgendwann gibt es dann eine größere Pause. Da hat man die Möglichkeit aufs Klo zugehen und sich etwas an den Straßenständen zu kaufen.

Wenn man diese Busse von außen sieht, fallen einem immer die Kotzspuren auf, die die kompletten Seiten der Busse zieren. Es wird nämlich vielen Indern schlecht auf den kurvigen Straßen. Besonders Frauen sind betroffen. Ich hatte das Glück, daß ich immer so eine Dame vor mir sitzen hatte. Da wurde gewürgt, Fenster aufgerissen und gekotzt und das im 5 Minutentakt. Ich konnte zum Glück immer rechtzeitig mein Fenster schließen, damit Ihre Kotze nicht wieder bei mir reinflog. Ich versuchte mich dann immer abzulenken….denn wenn ich jemanden kotzen höre, kann das bei mir auch schnell losgehen.

Naja, irgendwann kamen wir dann in Dharmsala an. Da es schon spät abends war und wir müde waren, blieben wir im Hotelrestaurant, um noch eine Kleinigkeit zu essen und dann wollten wir nur noch ins Bett. Als wir im Restaurant saßen (wir waren die einzigen Gäste) legte uns der Tibeter eine Speisekarte hin. Wir waren aber 3 Leute. Ich fragte, ob wir nicht noch 2 dazu bekommen könnten. Er lächelte und meinte, daß das nicht geht, da sie nur eine Karte für das ganze Restaurant haben.

Ah ja….

Die Essenbestellung verlief auch chaotisch und als dann endlich das Essen da war,hatten wir Stromausfall und sahen gar nichts mehr. Aber das ist ja schon normal 🙂

Am nächten Tag erkundeten wir den Ort und ich muß sagen, daß ich enttäuscht war. Überall verkauften Souvenirstände den gleichen Kram, die Haupt-Tempelanlage war nicht schön (ein trister Block) und überall hingen riesige Plakate mit Bildern der Selbstverbrenner. Auf den Fotos konnte man die Menschen im Feuer schreien sehen. Also ganz ehrlich…..so eine Darstellung fand ich nur geschmacklos. Wer will das sehen? Und warum wird so etwas als gut befunden?

Überall liefen tibetische Mönche herum. Sie saßen auch in den Cafés und Restaurants und tranken Kaffee und aßen Pizza. Ein irgendwie schräges Bild.

Aufgefallen war mir auch, daß viele weiße Frauen dort vorzufinden waren. Sie schlenderten selig durch die Gassen, oder saßen im Tempelkomplex unter einem Baum. Und man spürte, daß diese Frauen auf Sinnsuche waren. Sie wirkten verloren. Und ich dachte nur, daß ich mir nicht vorstellen konnte, daß sie dort ihren Weg finden werden. Diese ganze Tibetnummer wurde super vermarktet. Man spürte es an jeder Ecke. Diese ganze Tibetgeschichte wirkte wie ein Teil von Disneyland…..ich muß sagen, das dieser Ort der schwächste auf unserer Route war.

Schön war aber der Kreisweg. Pilger sollen im Uhrzeigersinn einmal um den Tempelkomplex gehen. Dabei sollen die Gebetsrollen gedreht werden, die auf dem Weg zu finden sind.

Wir sind versehentlich gegen den Uhrzeigersinn gegangen. …..ups…..

2 Tage später ging es dann mit einem Luxusbus Richtung Delhi. 12 Stunden Fahrt und dann würden wir wieder im Dreck sein. Die Tage in den Bergen waren vorbei.

Es war ein Nachtbus. Wir fuhren kurz nach 18 Uhr ab. Die nächste Pause sollte es in 3-4 Stunden geben. Nachdem wir ca. eine Stunde unterwegs waren, schaltete der Co-Pilot den Fernseher an. Es sollte ein Spielfilm gezeigt werden. Ich war sicher, daß irgendein Bollywoodfilm  gezeigt werde würde. Aber ich lag falsch. Da war ich doch geschockt, als der Film anfing. Eine halbnackte indische Schönheit saß am Meer und sagte: „I was a pornstar“.

Hähh??!!  Das prüde Indien zeigt in einem Reisebus einen Sexfilm??

Der Film stellte sich als Erotikthriller heraus.  Schlechtes Drehbuch, sauschlechte Schauspieler, aber schöne Inderin mit sexy Körper.

Die Fahrt war manchmal gruselig, zum Bespiel, als der Bus in die Gegenfahrbahn fuhr und geisterfahrertechnisch Richtung Tankstelle brauste. Ansonsten verlief alles ohne Probleme.

In Delhi verbrachten wir nicht viel Zeit. Nach 2 Tagen saßen wir schon wieder im Zug…..30 Stunden Richtung Goa. Die Fahrt war ok. Da man Schlafmöglickeiten hatte. Essen wurde auch ständig verkauft. Und somit las ich viel, spielte mit den anderen Karten, oder schaute einfach nur aus dem Fenster.

Nun sind wir seit 1,5 Wochen in Goa. Was ich hier schon erlebt habe, erzähle ich später 🙂

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Alice im Wunderland

Leute, nun endlich geht es los. Ich berichte von meinen Trips. Nun hoffe ich nur, daß ich alles noch irgendwie zusammen bekomme 😉

Also, es war Zeit Dehli zu verlassen, da wir nach wochenlangem Smog nicht mehr wussten wie sich ein Leben ohne Husten anfühlt.

Nachdem alles zusammengepackt war, begaben wir uns zum Bahnhof. Unser Ziel war Chandigarh…die Hauptstadt von Punjab. Ein Staat im Norden Indiens, vor dem Himalayagebiet, Nachbar von Pakistan.

Als wir in einem eigentlich ganz tollen Abteil saßen (keine erste Klasse) und ich wusste, daß das Klo nicht weit weg ist (erinnert Euch an mein Trauma), konnte die Fahrt losgehen. Als wir gerade mal 30 Minuten unterwegs waren und uns mit Hustenbonbons vollstopften, braute sich draußen ein Unwetter zusammen. Am Anfang konnte man noch die armen Behausungen neben den Gleisen sehen und die Menschen, die dort wohnten, aber dann war alles in einem schrecklichen Sand/Smogsturm verschwunden. Blitze zuckten am Himmel und es regnete. Ich schloß das verschmutzte Fenster an meinem Platz, sah die Menschen draußen im Sturm herumrennen und dachte nur: „Wir haben zur rechten Zeit diese Hölle von Hauptstadt verlassen.“

Die Fahrt war nach ca. 5 Stunden vorbei. Es war schon abend, wir traten aus dem Bahnhof, wurden von vielen Sikhs (das sind die Inder mit dem Turban…..Punjab ist der Staat der Sikhs), die uns mit ihren Taxen führen wollten belagert, entschieden und für einen netten Herrn und fuhren direkt in unser Hotel.

Das Hotel war sehr schön und wir fielen relativ schnell müde und hustend ins Bett.

Am nächsten Morgen gingen wir zum Früstücken in ein Café, daß von Lonely Planet empfohlen wurde. Mein Freund steht zwar nicht so auf die amerikanischen Caféketten, aber ich bestand darauf. Als wir uns dann in die weichen braunen Sessel kuschelten, Cappu tranken und dazu einen warmen Bananenmuffin aßen, war ich im 7. Himmel. Ich las die Times of India, lauschte der Lounge Musik und wollte gar nicht weg. Ja, Mascha hat sich voll in Indien integriert 😉

Aber irgendwann muß man sich trennen. Wir wollten uns nämlich den berühmten „Fantasy Rock Garden“ ansehen. Ein Inder hat vor viele Jahren angefangen illegal Baumüll zu kunstvollen Gegenständen zusammenzubasteln…und das auf Land, das ihm zu diesem Zeitpunkt gar nicht gehörte. Es gab viel Streß, aber letztendlich hat seine Anlage überzeugt, der Park durfte bleiben und nun ist dieser Ort eine große Touristenattraktion. So war die Beschreibung im Buch. Wir fanden, daß das ganz interessant klang und machten uns auf den Weg.

Als wir uns so durch Chandigarh kutschieren ließen, fiel uns auf, daß diese Stadt viel ruhiger und sauberer als Delhi ist und es gibt dort auch sehr viele Parks. Und auch an den Straßen stehen überall Bäume. Ich war positiv überrascht.

Als wir dann den Fantasy Rock Garden betraten, fühlte ich mich wie Alice im Wunderland. DAS hatte ich nicht erwartet. Es war traumhaft schön!!!

Auf einem großen Platz gab es dann für Familien die Gelegenheit zu schaukeln, mit einem Kamel zu reiten usw.

Abends waren wir dann in einem großen Shopping-Center. Unser Hotel war nur 5 Minuten davon entfernt. Wir waren gesundheitlich noch angeschlagen und hatten keine Lust wegen dem Abendessen wieder 30 Minuten in das Stadtzentrum zu fahren. Während wir im Shopping Center im Restaurant saßen, fiel im kompletten Gebäude das Licht aus…..der normale Wahnsinn in Indien 🙂 Nach 5 Minuten war der Strom dann wieder da.  Mach das mal in Deutschland. Da würde bestimmt Panik ausbrechen. Hier ist das Alltag.

Am nächsten Tag bummelten wir noch mehr durch die Stadt. Wir besuchten auch den größten Rosengarten Asiens…..nur das zu der Zeit keine Rosen da waren…. Es war trotzdem schön. Wir saßen auf der Wiese, spielten Karten, genossen die frische Luft wurden von Indern fotografiert und unterhielten uns nett mit Einheimischen.

Das war unsere Zeit in Chandigarh. Am nächsten Tag ging es mit dem Toytrain Richtung Shimla. Ein Ort im Himalayagebiet….über 2000 Meter hoch.

Fortsetzung folgt…..

 

 

 

 

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Zwei Quizfragen aus Indien

Guten Morgen Ihr Lieben,

ich bin seit gestern wieder in Delhi und alles ist ok. Die 12-stündige Busfahrt war etwas anstrengend, aber in Ordnung.

Eigentlich wollte ich schon gestern etwas schreiben, aber ich bekam vormittags furchtbare Kopfschmerzen, die bis abends blieben und somit lag ich die meiste Zeit auf dem Bett und beschäftigte mich intensiv mit dem Thema Selbstmitleid.

Morgen geht es nach Goa. Wir werden mit dem Zug unterwegs sein und die Fahrt wird 30 Stunden dauern. So lange bin ich noch nie nonstop Zug gefahren.

Nun bin ich mit packen beschäftigt und muß überlegen was mit soll und was hier bleiben muß. Nicht einfach….

In Goa werden wir bis März unsere Basis haben. Also wird für mich erstmal tropischer Alltag einkehren. Ich freue mich schon darauf wieder meine Kleidung in einem Kleiderschrank zu sehen, meine eigene Küche zu haben, meinen Balkon wieder mit tropischen Blumen zu schmücken usw. Meine Schulsachen warten auch auf mich, meine Ziehkinder aus Dubai werde ich 2 Mal die Woche via Skype Deutschunterricht geben und die Goanisch-Deutsche Woche fängt auch im Dezember an. Werde wieder einen Backkurs für die Goaner geben 🙂

Also langweilig wird mir nicht 🙂

Da ich jetzt den Kopf voll habe mit Packen und Co, werde ich jetzt noch keinen Bericht schreiben. Ich blogge dann wieder in Goa.

Aber ich habe 2 Quizfragen für Euch. Die Antwort gibt es heute abend 🙂

Was hängt da unbeaufsichtigt zwischen zwei Bäumen?

Und was passiert hier?

Viel Spaß beim Raten 🙂

Eure Quasseltasche